Mindestlöhne im Hotel- und Gastgewerbe steigen bis 2003 auf 1.000 Euro

9. Mai 2001, 13:23
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Beide Verhandlungsseiten zufrieden

Wien - Die Lohnverhandlungen im Hotel- und Gastgewerbe sind abgeschlossen: Die Kollektivvertragslöhne für die knapp 150.000 Mitarbeiter in der Branche erhöhen sich per 1. Mai 2001 und zum 1. Mai 2002 um jeweils zwei Prozent. Die Mindestlöhne werden von derzeit 12.510 S (909 Euro) in drei Jahresschritten bis 1. Mai 2003 auf 1.000 Euro (13.760 S) angehoben, das entspricht einer Steigerung von insgesamt knapp 10 Prozent.

Zuschläge wie der Nacht- oder Fremdsprachenzuschlag werden um 10 S erhöht, sieht das Verhandlungsergebnis vor. Geringfügige Beschäftigung bleibt im Hotel- und Gastgewerbe weiter verboten, was die Gewerkschafter als Erfolg für sich verbuchen.

Beide zufrieden

Vertreter der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite zeigten sich am Mittwoch von dem Dienstag Abend erzielten Verhandlungsergebnis zufrieden. "Wir haben unsere Forderung endlich durchgesetzt", sagte der Vorsitzender der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Nach seinen Angaben beziehen mehr als die Hälfte der knapp 150.000 Beschäftigten im Gastgewerbe den Mindestlohn.

Der Verhandlungsführer auf Arbeitgeberseite und Vorsteher des Fachverbandes Gastronomie in der Wirtschaftskammer Österreich, Helmut Hinterleitner, lobte wie der Vorsteher des Fachverbandes Hotellerie, Hans Melcher, das "zielführende" Verhandlungsklima: Die Lohnverhandlungen in guter sozialpartnerschaftlicher Tradition hätten einen Lohnabschluss auf zwei Jahre ermöglicht. Die nächsten Lohnverhandlungen werden daher erst im Frühjahr 2003 stattfinden.

Die Gewerkschaft sieht mittelfristig freilich noch reichlich Verbesserungsbedarf: Es gebe noch viele ungelöste Probleme, sagte Kaske. Das Novum einer "Auszeit" von zwei Jahren will er dafür nutzen, einen Entwurf für einen neuen modernen KV auszuarbeiten. Der derzeitige Vertrag sei nach zahlreichen Ergänzungen und Änderungen "unlesbar" geworden und lasse unterschiedliche Auslegungen zu. Die Gewerkschaft will sich dabei an internationalen Beispielen orientieren. Im Juli soll es dazu ein erstes Treffen im deutschen Landshut geben. (APA)

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