Völlig neue Behandlungsmöglichkeit bei Leukämie

12. Mai 2001, 17:26
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Antikörper in Medikament zugelassen

Berlin - Die amerikanische Gesundheitsbehörde Food And Drug Administration (FDA) hat die weltweit erste Zulassung für die Vermarktung des Leukämie-Medikaments Campath erteilt. Nach Angaben der Schering AG handle es sich bei dem Medikament um einen Antikörper, der bei der Behandlung von Patienten mit chronisch-lymphatischer Leukämie eingesetzt werden kann. Er stelle eine völlig neue Behandlungsmöglichkeit dar.

Wie der Direktor des Universitätsklinikums der Technischen Universität Dresden, Gerhard Ehninger, sagte, gebe es den Antikörper bereits seit 15 Jahren. Er sei in Großbritannien in klinischen Studien und bei Transplantationen eingesetzt worden, um körpereigene Abwehrzellen - so genannte Lymphozyten – abzutöten, die sich gegen das fremde Organ richten würden.

Positive Ergebnisse

Es sei "ein genialer Schachzug" von Schering gewesen, sich die Patente auf den Wirkstoff zu sichern und dann für die Leukämie-Therapie zu testen. Die entsprechenden klinischen Studien in Deutschland und Amerika hätten positive Ergebnisse gebracht. Bei der chronisch-lymphatischen Leukämie, die vor allem im höheren Alter auftritt, sind die B-Lymphozythen im Blut zu Tumorzellen entartet. Der Wirkstoff Campath sei "sehr sanft und deshalb verträglich", schätzt Ehninger ein, "er werde sich also gut verkaufen".

Das Medikament wird in den USA von der Schering-Tochtergesellschaft Berlex Laboratories, Inc. vermarktet und ab Juni 2001 den Patienten zur Verfügung stehen. Für Europa habe Schering ebenfalls die Marktzulassung beantragt, allerdings unter dem Handelsnamen MabCampath. Das wissenschaftliche Komitee der Europäischen Zulassungsbehörde EMEA habe im März 2001 eine Empfehlung mit Auflagen zur Zulassung des Medikaments ausgesprochen, teilte das Unternehmen mit. (pte)

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