USA: 70 Prozent der Stadtkinder mit Pilz infiziert

10. Mai 2001, 10:50
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Infektionen im Zentralnervensystem sind die mögliche Folge

New York - Forscher des Albert Einstein College of Medicine haben nachgewiesen, dass bei amerikanischen Stadtkindern ein Pilz weit verbreitet ist, der Infektionen im Zentralnervensystem verursachen kann. Wie die BBC berichtet, sind mit dem so genannten Cryptococcus neoformans 70 Prozent der über Fünfjährigen infiziert. Zwischen zwei und fünf Jahren liegt die Infektionsrate bei 50 Prozent. Verbreitet wird der Pilz durch Taubenkot. C. neoformans gilt bei AIDS-Patienten als wichtiger Verursacher von Infektionen des Zentralnervensystems.

Das Team um David Goldman betonte, dass weitere Untersuchungen jetzt zu klären hätten, ob die Infektion mit diesem Pilz mit bestimmten Krankheiten in Zusammenhang stehe. Möglicherweise könnten Kinderärzte derzeit in manchen Fällen den Pilz als Verursacher einer Erkrankung nicht identifizieren. Laut Goldman könnten Infektionen asymptomatisch sein oder Symptome aufweisen, die derzeit mit Virusinfektionen in Verbindung gebracht würden.

Tauben scheiden den Pilz mit ihrem Kot aus. Die Infektion erfolgt dann durch das Einatmen. Das könnte bedeuten, dass alle Kinder im städtischen Bereich der Gefahr einer Infektion ausgesetzt sind. Laut Goldman seien die Langzeitfolgen einer Infektion derzeit nicht bekannt. "Unsere Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Infektion durch ihre weite Verbreitung eine mögliche Ursache für häufige Kinderkrankheiten ist. Unser nächstes Ziel ist die Erforschung der akuten Infektion und von Möglichkeiten zu ihrer Bekämpfung." (pte)

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