Private Banking: Merill Lynch will heimischen Markt aufmischen

9. Mai 2001, 13:36
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Verwaltetes Vermögen soll bis 2004 vervierfacht werden

Wien - Vom Geheimtipp zur ersten Adresse im heimischen Private Banking will der neue Geschäftsführer von Merrill Lynch Österreich, Franz Witt-Dörring, sein Haus machen. Das Volumen des verwalteten Kundenvermögens in Österreich soll von derzeit rund 16 Mrd. S bis 2004 auf rund 62 Mrd. S (4,5 Mrd. Euro) vervierfacht werden, formulierte Witt-Dörring sein ambitioniertes Ziel anlässlich eines Pressegesprächs in Wien. Angepeilt werden vermögende Privatpersonen, aber auch Kapitalgesellschaften, kirchliche Einrichtungen, Pensionskassen, Kammern und andere Organisationen mit einem zu verwaltenden Vermögen von mindestens 15 Mill. S.

Privatstiftungen als "Erfolgsstory"

Großes Potenzial ortet Merrill Lynch vor allem bei den österreichischen Privatstiftungen, für Witt-Dörring eine "Erfolgstory in Österreich". Derzeit gebe es in Österreich mehr als 2.000 Stiftungen mit einem geschätzten Vermögen von durchschnittlich 100 Mill. S, daraus errechne sich ein Markt von rund 200 Mrd. S. Überzeugen will Merrill Lynch die Stifter mit der "Kernqualität einer umfassenden Kundenorientierung". Gerade im Stiftungsbereich seien die Anforderungen der Kunden deutlich gestiegen. Ein Vermögensverwalter sitze hier im Beratungsgespräch oft einem ganzen Team von Stiftern, Stiftungsvorständen und Beratern gegenüber, so Witt-Dörring.

Insgesamt gehe der Trend bei der Vermögensverwaltung zu alternativen Produkten. Neben Geldmarkt-, Anleihen- und Aktienfonds, finden sich immer öfter Private Equity-Positionen, Immobilientitel und Hedge Fonds in diversifizierten Portefeuilles.

Auch international will sich Merrill Lynch im Private Banking-Bereich stärker positionieren. Bereits jetzt zählt das Investmenthaus nach eigenen Angaben mit einem verwalteten Vermögen von rund 1.700 Mrd. US-Dollar (1.917 Mrd. Euro/26.385 Mrd. S) zu den führenden Häusern im Private Banking und im institutionellen Geschäft. Gleichzeitig sollen mit E-Brokerage-Plattformen verstärkt neue Kundengruppen erschlossen haben. Merrill Lynch will hier auch in Europa aktiv werden. (APA)

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