Nur drei Prozent aller One-Kunden nutzen WAP

9. Mai 2001, 14:39
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Veränderungen in der Eigentümerstruktur soll es heuer nicht geben

Der österreichische Mobilfunkbetreiber One erwartet, dass der monatliche Umsatz pro Kunde bis 2010 auf 800 bis 900 S Umsatz steigen wird. Vier von fünf One-Kunden würden zu diesem Zeitpunkt Datenservices des Unternehmens in Anspruch nehmen. Die Preise sollen bis dahin noch leicht sinken, die Verrechnung wird über "Paketpreise" und nicht nach Volumen oder Zeit erfolgen. Neue Geschäftsfelder, die nicht zum Kernbereich des Mobilfunk gehören, müssten für dieses Ziel nicht erschlossen werden, sagte One-Chef Jorg Bang-Jensen am Dienstagabend am Rande einer Presseveranstaltung.

Nur 3 Prozent nutzen WAP

Derzeit kämpft One aber noch genauso wie die Konkurrenten mit dem erfolgreichen Absatz von mobilen Internetprodukten. Handy-Internetsurven via WAP (Wireless Application Protocol) nutzen derzeit nur 3 Prozent aller One-Kunden. Über ein WAP-fähiges Handy verfügen zur Zeit 5 Prozent aller Kunden. Ein GPRS-Handy, das einen rascheren Internetzugang als bisher ermöglicht, haben nach dem Start im 26. Februar mittlerweile 1.000 One-Telefonierer. Insgesamt hat One 1,2 Mill. Mobilfunkunden, Vertragskunden sind davon rund 720.000.

WAP noch zu wenig benutzerfreundlich

Grund für die geringe Akzeptanz von WAP seien neben der Benutzerunfreundlichkeit auch die langsamen Übertragungsraten, meinte Mads Christoffersen, Business Development Director für Breitbandtechnologien bei der TDC Tele Denmark, die mit 15 Prozent an One beteiligt ist, am Dienstag in Wien. GPRS-Endgeräte seien heute noch kaum verfügbar.

Durchbruch mit UMTS

Den wirklichen Durchbruch erwartet der Breitbandexperte aber erst mit der neuen Mobilfunkgeneration UMTS (Universal Mobile Telecommunication Service). Bis 2004 sollen laut Experte bereits mehr Handys als Computer über einen Internetzugang verfügen.

Wesentlich für das Erfolgspotenzial von UMTS sei wie bei der raschen Datenübertragung im Festnetzbereich via ADSL (Assymetric Digital Subscriber Line) die Fähigkeit, auch bewegliche Bilder in guter Qualität zu übermitteln. Denn erst die bewegliche Bilder vermittelten Benutzerfreundlichen und schafften Vertrauen in die heute noch für extrem unsicher erachtete Technologie.

Erfolgsrezept

Um erfolgreich zu sein, müsse man aber auch bei UMTS "einzigartige Service anbieten", die es in anderen Medien nicht gebe. Christoffersen liegt das Zukunftspotenzial vor allem in "Location Based Services", bei denen Informations-, Kommunikations- und Transaktionsmöglichkeiten auf die spezifische Lage des Kunden zugeschnitten werden.

"Wir wissen von nichts"

Neben der Tele Denmark sind an One derzeit die deutsche E.On mit 50,1 Prozent und die norwegische Telenor und die britische Orange mit jeweils 17,45 Prozent beteiligt. Über die Beteiligung von Orange läuft derzeit allerdings ein Schiedsgerichtsverfahren. Sollte dabei gegen Orange entschieden werden, müsste Orange aus One aussteigen. Dann würden auf E.On 60,7 Prozent der One-Anteile entfallen, auf Telenor 21,1 Prozent und auf Tele Danmark 18,2 Prozent.

Weitere Veränderungen in der Eigentümerstruktur wird es heuer wahrscheinlich nicht geben. "Wir wissen von nichts", meinte Bang-Jensen. E.On hatte jedoch zuletzt wiederholt angekündigt, sich längerfristig aus dem österreichischen Mobilfunkunternehmen zurückzuziehen.(APA)

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