Enttäuschung bei AT&S über NEMAX 50-Entscheidung

9. Mai 2001, 13:52
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Neuer Mix für die deutschen Aktienindizes

Leoben/Wien - Kaum verhohlene Enttäuschung kennzeichnete am Mittwoch die ersten Stellungnahmen des am Frankfurter Neuen Markt notierten steirischen Leiterplattenherstellers AT&S, der vergeblich auf eine Aufnahme in den "Blue-Chip-Index" der Technologiebörse gehofft hatte. "Es gibt zwei ganz klar definierte Kriterien für die Aufnahme in den NEMAX 50. Wir haben beide Kriterien eindeutig erfüllt - mehr können wir von unserer Seite nicht tun", zeigte sich Willi Dörflinger, Vorstandschef des Leobener Zulieferers zur Handy-Industrie am Mittwoch über die am Vorabend getroffene Entscheidung "überrascht". Eine Erklärung der Deutschen Börse, die am Dienstag Abend auch über andere Indizes vom DAX abwärts entschieden hatte, liegt noch nicht vor.

Am Dienstag Abend hatte die Deutsche Börse, die vierteljährlich über die Zusammensetzung der Indizes berät, entschieden, im NEMAX 50 einen Wert auszutauschen: SER Systems muss den Eliteindex des Neuen Markts verlassen, neu wird Umweltkontor Renewable Energy einziehen. Die (nicht ausschließliche) Grundlage der Entscheidung, die die Deutsche Börse auf Basis einer Empfehlung eines Ausschusses trifft, sind die beiden Kriterien Marktkapitalisierung und Börseumsatz. Werte im NEMAX 50 sollen sich in beiden Ranglisten jeweils unter den ersten 60 befinden.

"Einer unserer Leitgedanken ist die Indexkontinuität - wir wollen voreilige Veränderungen im Index vermeidebn, die wir nach wenigen Monaten vielleicht wieder rückgängig machen müssen", hieß es am Mittwoch zu einer am Vorabend getroffenen umstrittenen Indexentscheidung aus der Deutschen Börse in Frankfurt. "AT&S hat zum ersten Mal die beiden Kriterien erfüllt, bisher war das nicht der Fall", erklärte Börsesprecher Frank Hartmann gegenüber der APA. Die Neuzusammensetzung des NEMAX 50 sei jedenfalls "absolut regelkonform" erfolgt.

Im DAX bleibt alles beim alten

Im Deutschen Aktienindex DAX bleibt vorerst alles wie gehabt. Die Deutsche Börse hat sich am Dienstagabend noch nicht zu einer Entscheidung durchringen können, welcher Titel die Dresdner Bank im wichtigsten deutschen Börsenbarometer beerben wird. Das Geldhaus wird seinen Platz im DAX im Zuge der geplanten Übernahme durch den Versicherungsriesen Allianz verlieren. Große Hoffnungen auf die Nachfolge macht sich der Heidelberger Finanzdienstleister MLP. Neue Sortierungen wurden aber für die anderen Börsenbarometer beschlossen - wenn auch längst nicht in dem von Analysten erwarteten Ausmaß. Alle Änderungen werden zum 18. Juni wirksam.

Im MDAX für die 70 wichtigsten Werte nach den 30 DAX-Titeln muss der angeschlagene Frankfurter Bauriese Philipp Holzmann für die Deutsche Börse Platz machen und in den SDAX absteigen. Gleich drei Änderungen wurden für den SDAX beschlossen. Ehlebracht, Hach und OAR Consulting verlieren ihren Platz im SDAX. Neu aufgenommen werden dafür KSB, MPC Münchmeyer Petersen Capital sowie der MDAX-Absteiger Holzmann. (APA)

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