Wirbelstürme können Fluss-Systeme dauerhaft schädigen

12. Mai 2001, 17:57
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Zwei Jahre nach den verheerenden Hurrikans rauft die US-Ostküste immer noch mit massiven Umweltschäden

Washington - Zwei Jahre nach den verheerenden Hurrikans an der Ostküste der USA gibt es immer noch massive Umweltschäden: Die Zahl der Schalentiere und Muscheln hat sich im Pamlico-Sound in North Carolina drastisch reduziert. Grund dafür sind die vermehrten Nährstoffeinbringungen aus Flüssen, berichtet das amerikanische Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences in seiner jüngsten Ausgabe.

Die Fischbestände haben sich seit den drei Wirbelstürmen namens Dennis, Floyd und Irene längst erholt, aber Tiere, die am Boden leben, werden durch die veränderten Bedingungen schwer gestört. Die heftigen Sturmfluten haben soviel Meerwasser in das Mündungsgebiet der Flüsse gedrückt, dass dort der Wasserspiegel um mehr als drei Meter anstieg. Große Flächen standen dann längere Zeit unter Wasser.

In den Pamlico Sound, einen der wichtigsten Fischbrutstätten der USA, wurden große Mengen von Nährstoffen und Sedimenten eingebracht. Daraufhin starben Fische und Schalentiere. Der Salzgehalt in Flussläufen und küstennahen Gewässern wurde dramatisch verändert. Im Sound wurden durch die Wirbelstürme drei Viertel der gesamten Wassermenge ausgetauscht, berichtet das Wissenschaftsmagazin. Üblicherweise dauert dieser Vorgang ein ganzes Jahr. Der Salzgehalt fiel daraufhin auf zwei Drittel des Normalwertes, der Stickstoffeintrag stieg um mehr als 50 Prozent an.

Süßwasseralgen und andere Organismen wurden weit in den Sound hinausgetragen, der Sauerstoffgehalt sank im Herbst nach den Stürmen dramatisch ab. Die Bodentiere, Schalentiere und Muscheln, die noch nicht abgewandert waren, starben unter diesen Bedingungen. Auswirkungen der Hurrikanes sind auch noch in dieser Saison bemerkbar: der Fang der Blue Crabs ging um 90 Prozent zurück, auch Austern- und Muschelernten fielen deutlich schwächer aus als in Jahren davor. Fischer berichten jedoch, dass sich die Zahl der Fische in der Zwischenzeit normalisiert hätte.

Die Forscher warnen davor, dass weitere Hurrikans die Situation des Pamlico-Sounds erneut dramatisch werden lassen könnten. Die Situation werde sich aber in den kommenden Jahren wieder normalisieren. Erstaunt waren die forscher aber über die Tatsache, dass so große Gewässer durch Hurrikanes so stark beeinträchtigt werden können.(pte)

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    foto: nasa
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