Alzheimer-Risiko steigt bei Vitaminmangel

13. Mai 2001, 11:45
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Auch mit Folsäure besteht ein Zusammenhang

Stockholm - Bei älteren Menschen mit einer geringen Aufnahme von Vitamin B12 und Folsäure erhöht sich das Alzheimer-Risiko um das Doppelte. Dies geht aus einer Studie des Stockholm Gerontology Research Centers hervor, bei der Blutproben ohne eine Demenz-Diagnose untersucht wurden. Einen Zusammenhang entdeckten Forscher der Oxford Universität bereits 1998, allerdings in Kenntnis einer degenerativen Gehirnerkrankung, wie New Scientist berichtet.

Für die Studie testeten die Forschergruppe um Hui-Xin Wang das Blut von 400 gesunden Personen im Alter von 75 Jahren. Diese wurden vom Kungsholmen Projekt für Demenz und Alterung rekrutiert und ihr Gesundheitszustand drei Jahre lang beobachtet. "Die Studie zeigt, dass Menschen bei der Blutabnahme nicht an einer Demenz litten. In einem Zeitraum von drei Jahren schritt die Erkrankung allerdings rasch voran", so der Studienleiter der Oxford Universität David Smith.

Dennoch Warnung

Jene mit einem niedrigen Vitamin B12 und Folat-Spiegel von 150 Pikomol pro Liter Blut (pmol/l) beziehungsweise zehn Nanomol pro Liter (nmol/l) waren gegenüber 1998 doppelt so oft von Alzheimer betroffen. Ein Defizit dieser Vitamine führt zu einem erhöhten Spiegel der Aminosäure Homozystein, die für Nervenzellen toxisch wirken können. Vitamin B12 findet sich hauptsächlich in Fisch, Fleisch und Milchprodukten. Folsäurereich sind Spinat, Bohnen und Getreide.

Smith warnt im Zuge dieser Studie allerdings vor einer Verfechtung von Vitaminsupplementen für ältere Personengruppen. Eine hochdosierte Einnahme könnte das Wachstum bestehender Tumore voran treiben. "Um den protektiven Effekt hochdosierter Vitamine bei Demenz und deren nachteiligen Einfluss auf die Gesundheit zu untersuchen, sind klinische Tests nötig", erklärte der Forscher. (pte)

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