Amadeus Awards mit kritischen Wortmeldungen

10. Mai 2001, 12:20
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Joe Zawinul am meisten gefeiert

Wien - Die Verleihung der Amadeus Austrian Music Awards am Mittwoch stand ganz im Zeichen von Joe Zawinul, der für seinen Sieg in der Kategorie Jazz nicht nur vom Publikum mit Standing Ovations gefeiert, sondern auch von seinem Freund Bundespräsident Thomas Klestil umarmt wurde.

Im Rahmen der Show gab es viel Lob für die Künstler und das Business, Musiker wie Hubert von Goisern sparten aber auch nicht mit Kritik am System. Goisern sagte in seiner Laudatio: "Vielleicht symbolisiert der Kreis das rosa Rauschen, das manchmal durchkommt." Damit bemängelte der Musiker die seiner Meinung nach unzureichende Unterstützung der heimischen Musikszene durch Medien und das Musikbusiness. Einige Kollegen schlossen sich in ihren Reden diesem Vorwurf an.

Der Autor, Drehbuchschreiber, Liedtexter und Erfinder der Figur Kurt Ostbahn, Günter Brödl, erhielt posthum einen Amadeus für sein Lebenswerk - das Wiener Multitalent war im Oktober 2000 einem Herzversagen erlegen.

In den Kategorien Solokünstler/Künstlerin international setzten sich Santana und Anastacia durch. Zur besten internationalen Gruppe wurden U2 gekürt. Die beste nationale Single des Jahres hatte nach Meinung der Jury Marque mit "One To Make Her Happy" abgeliefert - außerdem kassierte er den Amadeus als bester Newcomer - international punkteten in dieser Sparte ATC mit "Around The World". Die Teeniegruppe konnte bei der Gala nicht auftreten, weil ihr Flugzeug nach einem Triebwerksschaden in Hamburg stecken blieb. Als "Dance Act" des Jahres bekam der italienische Star-Producer Gigi D'Agostino aus der Hand von Dagmar Koller einen Amadeus verliehen. Die beiden wagten statt einer Dankesrede ein Disco-Tänzchen.

In Sachen Volksmusik/Schlager feierten Udo Jürgens (Solokünstler), Deutschlands Song-Contest-Starterin Michelle (Solokünstlerin) und die Ursprung Buam (Gruppe) Erfolge. In der Sparte Crossover-Künstler ging ein Amadeus an den belgischen Startenor Helmut Lotti. (APA)

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