Internetseiten mit Buchaufbau verbessern den Lernerfolg

13. Mai 2001, 11:39
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Klassische Muster wie Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlenangaben schlagen bloße Hyper-Links deutlich

Columbus - Eine typische Internetseite ist nicht die beste Wahl für Studenten, die einen neuen Stoff lernen. Wollen sie von Webangeboten genau so profitieren wie von gedruckten Texten, sollten sie Internetseiten aufsuchen, die nicht nur die üblichen anklickbaren Verweise enthalten sondern auch einen Aufbau haben, der deutlich an das Buch erinnert. Das ergab eine amerikanische Studie, über die das Magazin «Communication Research» berichtet.

Forscher der Staatsuniversität Ohio und der Universität Wisconsin-Madison ließen zweihundert Studenten etwas über die Verbreitung von Grippe lernen. Einige Studenten bekamen dazu einen ausgedruckten Text. Die anderen mussten den Stoff aus dem Internet lernen. Anschließend haben die Forscher die Lernerfolge in einem Test überprüft.

Etwa gleich gut schnitten dabei Studenten ab, die entweder den gedruckten Text erhielten oder von gut strukturierten Internetseiten lernen durften. Die Internetseiten enthielten außer den anklickbaren Verweisen, dem Hyperlink, noch ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen, wie es in Büchern üblich ist. Von Internetseiten, die nur Hyperlinks enthielten, lernten die Testpersonen dagegen deutlich weniger gut. Schlechter schnitten auch Studenten ab, deren Internetseiten zwar ein Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen hatten, aber keine Hyperlinks.

"Wir haben nur begrenzte geistige Reserven", so William Eveland von der Staatsuniversität Ohio. Alles, was uns etwas von diesen Reserven nimmt, behindert das Lernen", betonte Eveland. Dazu gehöre etwa die Entscheidung, ob man einem Hyperlink folgen soll oder nicht. In einem Buch könne man dagegen einen Text von oben nach unten durchlesen, ohne abgelenkt zu werden. "Nur gut aufgemachte Webseiten, auf denen man sich leicht zurechtfindet, können diesen Nachteil wieder wettmachen", sagte der Forscher.(pte)

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