Serbische Polizeigeneräle sollen Kriegsverbrechen vertuscht haben

9. Mai 2001, 11:40
posten

Leichen albanischer Zivilisten in der Donau versenkt

Belgrad - Zwei serbische Polizeigeneräle sollen ein Kriegsverbrechen im Kosovo vertuscht haben und sind deshalb zwangspensioniert worden. Dies meldete die regierungsnahe Belgrader Zeitung "Politika" am Mittwoch. Vlastimir Djordjevic und Obrad Stevanovic hätten vor zwei Jahren Ermittlungen wegen der Ermordung von etwa 50 albanische Zivilisten, deren Leichen in einem Lastwagen in der Donau versenkt wurden, verhindert und verschleiert. ****

Die Menschen, darunter Frauen und Kinder, sind nach serbischen Medienberichten 1999 in dem Lastwagen vom Kosovo in die Donaustadt Kladovo (200 Kilometer östlich von Belgrad) gebracht und im Strom versenkt worden. Fischer hätten den Lkw zufällig gefunden und die Polizei benachrichtigt. Beamte aus Belgrad erklärten den Fall damals zum Staatsgeheimnis. Inzwischen hat auch das serbische Innenministerium Ermittlungen aufgenommen. Eine besondere Einsatzgruppe werde alle Fakten dazu sammeln und die Öffentlichkeit darüber informieren, schreibt "Politika".

Zwischen März und Juni 1999 sollen nach Berichten der privaten Belgrader Stiftung für Menschenrechte FHP die Leichen von mindestens 800 getöteten Albanern, darunter Kinder und Frauen, von den eigentlichen Orten der Morde in geheime und unbekannte Massengräber im Kosovo und Serbien abtransportiert worden sein. Alle diese Fälle habe das damalige Regime des als Kriegsverbrecher angeklagten jugoslawischen Ex-Präsidenten Slobodan Milosevic zu Staatsgeheimnissen erklärt. (APA/dpa)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.