Palästinensisches Baby durch Granatsplitter schwer verletzt

10. Mai 2001, 12:06
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Westjordanland: Zwei Leichen ermordeter Israelis aufgefunden

Jerusalem - Nur zwei Tage nach dem gewaltsamen Tod eines fünf Monate alten palästinensischen Kindes durch israelisches Granatfeuer ist am Mittwoch erneut ein Baby bei israelischem Beschuss im Gaza-Streifen schwer verletzt worden. Die dreieinhalb Monate alte Reem Ahmed wurde von einem Granatsplitter am Kopf getroffen, als die israelische Armee ein Wohngebiet im Flüchtlingslager Rafah beschoss.

Auch die 21-jährige Mutter des Kindes musste mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht werden. Fünf weitere Palästinenser erlitten nach palästinensischen Angaben zum Teil schwere Verletzungen.

Tausende Palästinenser hatten am Dienstag im Gaza-Streifen bei dem Begräbnis eines Kleinkindes Rache an Israel geschworen. Die vier Monate alte Iman Hejjo war am Vortag von den Splittern einer israelischen Granate getötet worden. An dem Begräbnis nahmen auch arabische Abgeordnete des israelischen Parlaments sowie palästinensische Parlamentarier teil. US-Außenamtssprecher Richard Boucher bedauerte in Washington den Tod des Kindes beim Beschuss des Flüchtlingslagers Khan Yunis als "schreckliche Tragödie".

Zwei Leichen ermordeter Israelis aufgefunden

Die Leichen von zwei israelischen Jugendlichen sind am Mittwoch in einer Höhle bei Bethlehem im Westjordanland entdeckt worden. Nach ersten polizeilichen Erhebungen wurden die beiden von Palästinensern gesteinigt und durch Messerstiche getötet. Ministerpräsident Ariel Sharon erklärte, der "abscheuliche Mord" stelle eine "weitere Eskalation des palästinensischen Terrors und der Gewalt" gegen unschuldige Zivilisten dar. Er machte die Palästinensische Nationalbehörde (PNA) von Präsident Yasser Arafat für das Verbrechen verantwortlich.

Die beiden Jugendlichen im Alter von 14 Jahren stammten aus der jüdischen Siedlung Tekoa, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Sie hatten ihre Wohnungen am Dienstag verlassen, um wandern zu gehen. Seitdem waren sie verschwunden. Entdeckt wurden ihre Leichen im Wadi Hariton.

Sharon forderte Arafat auf, den "Terrorismus" sowie die "giftigen Aufrufe zum Mord an Israelis" in den palästinensischen Medien zu beenden. Zuvor hatte Infrastrukturminister Avigdor Lieberman den Mord im Militärradio als "von Kannibalen verübte Tat" angeprangert.

Im Gaza-Streifen kam es nach israelischen Angaben unterdessen zu neuen Gewalttaten. Palästinenser schossen Mörsergranaten auf die jüdische Siedlung Nissanit. An der Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten detonierte eine am Straßenrand deponierte Bombe, als eine israelische Militärpatrouille die Stelle passierte. Verletzt wurde niemand. (APA/AP)

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