Rechtsformen für ein neues Unternehmen

10. Mai 2001, 08:51
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Finanzierung und Haftung entscheiden über die rechtliche Stellung der Neugründung

Jeder Betriebsgründer steht vor der Frage, welche Unternehmensform für ihn die geeignetste ist. Soll er ein Einzelunternehmen gründen, oder ist eine Gesellschaftform vorteilhafter?

Einzelunternehmen

Im Einzelunternehmen bringt der Inhaber das Kapital allein auf, führt das Unternehmen allein und trägt das Risiko allein. Für Geschäftsschulden haftet er auch mit dem Privatvermögen. Einerseits ist der Unternehmer in seinen Entscheidungen völlig selbständig und die Gefahr von Konflikten im Führungsbereich ist gebannt. Auch muss der Gewinn mit niemandem geteilt werden, er gehört dem Einzelunternehmer allein. Zu seiner Entlastung kann er jedoch Mitarbeiter einstellen. Zu guter Letzt ist die Gründung einfach und kostengünstig.

Zu den Nachteilen zählt, dass der Unternehmer die volle Verwantwortung alleine trägt. Er haftet unbeschränkt mit seinem gesamten Betriebs- und Privatvermögen. Die Arbeitslast trägt er alleine, bei einem Ausfall seinerseits durch Tod oder Krankheit steht das Unternehmen in einer Existenzkrise.

Gesellschaft

Eine Gesellschaft liegt dann vor, wenn sich mindestens zwei Personen zum Betrieb eines Unternehmens zusammenschließen. Je nach Größe des Betriebes, sowie dem Ausmaß und der Art der Kapitalbeteiligung, der Risikoübernahme, der Mitwirkung an der Geschäftsführung usw. sind verschiedene Arten von Gesellschaften möglich.

Für eine Gesellschaftsgründung spricht die Erleichterung der Kapitalaufbringung sowie die Teilung und Reduzierung des Risikos. Die Arbeit aber auch der Gewinn werden aufgeteilt. Wenn jedoch mehrere Personen zusammenarbeiten, steigt die Gefahr von Konflikten, da die Selbständigkeit der Unternehmer eingeschränkt ist. Alles muss untereinander abgesprochen werden.

Bei einigen Gesellschaftsformen wird auch für Verschulden von Mitgesellschaftern unbeschränkt gehaftet.

Gesellschaftervertrag

Ein exakt formulierter und gut durchdachter Gesellschaftsvertrag hilft, Konflikte aller Art zu vermeiden. Der Gesellschaftsvertrag soll eine solide Basis für die zukünftige Zusammenarbeit geben.

Gesellschaftsformen Offene Erwerbsgesellschaft (OEG)

Die offene Erwerbsgesellschaft (OEG) besteht aus mindestens zwei für die Gesellschaftsschulden voll haftenden Gesellschaftern. Der Umfang eines Kleinbetriebes wird von der Gesellschaft nicht überschritten.

Kommandit-Erwerbsgesellschaft (KEG)

Bei der Kommandit-Erwerbsgesellschaft (KEG) muss es mindestens einen unbeschränkt haftenden Gesellschafter (Komplementär) und mindestens einen beschränkt haftenden Gesellschafter (Kommanditist) geben.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die GmbH ist eine Kapitalgesellschaft. Sie muss keine bestimmte Unternehmensgröße oder Anzahl von Partnern, sondern ein Mindeststammkapital aufweisen.

Offene Handelsgesellschaft (OHG)

Die offene Handelsgesellschaft (Personengesellschaft des Handelsrechts) übersteigt den Unternehmensumfang eines Kleinbetriebes. Sie besteht aus zumindest zwei für die Gesellschaftsschulden voll haftenden Gesellschaftern.

Kommanditgesellschaft (KG)

Die Kommanditgesellschaft (Personengesellschaft des Handelsrechts) übersteigt den Umfang eines Kleinbetriebes.

Mehr Infos vom Gründerservice der wirtschaftskammer unter "Recht"
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