München: US-Panzergranaten schlagen in Schule ein

9. Mai 2001, 11:16
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Ursache für den Unfall bei Militärübung noch unklar

München - Zwei fehl geleitete Panzergranaten sind bei einer Militärübung in der Oberpfalz in einer Grundschule eingeschlagen. Die Geschosse waren von dem mehrere Kilometer entfernten US-Truppenübungsplatz Grafenwöhr abgefeuert worden und hatten am Dienstagnachmittag das Dach der Schule in Kirchenthumbach (Landkreis Neustadt an der Waldnaab) getroffen.

Zum Zeitpunkt des Unglücks spielten mehrere Kinder auf dem Pausenhof, im Gebäude hielten sich zwei Erwachsene auf. Sie blieben aber glücklicherweise allesamt unverletzt, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Nach Angaben eines Polizeisprechers handelt es sich um 25 Millimeter große Aluminiumgeschosse. Der Vorfall sei erst am Mittwoch bekannt gegeben worden, weil die Herkunft der Munition zunächst unklar war. Es habe erst geklärt werden müssen, ob die Projektile von der Bundeswehr oder der US-Armee stammten.

US-Streitkräfte bedauern Vorfall

Mittlerweile stehe aber fest, dass die Munition von einem Bradley-Panzer der US-Streitkräfte abgefeuert wurde. "Die Ursache für den Unfall ist noch unklar." Der Übungsplatz sei Luftlinie etwa fünf Kilometer von der Schule entfernt. Zwischen dem Militärgelände und der Gemeinde verläuft zudem eine Bundesstraße.

Ein Sprecher der US-Streitkräfte bedauerte inzwischen den Vorfall. Die Armee werde alles tun, um das Unglück aufzuklären. Der Sachschaden an dem Schulgebäude ist nach ersten Ermittlungen gering.

Erst vor weniger Monaten war bekannt geworden, dass es in der Vergangenheit auf dem Übungsgelände Grafenwöhr auch Zwischenfälle mit der umstrittenen Uranmunition gegeben hat. 1987 war die so genannte DU-Munition einmal irrtümlich verschossen werden. (APA/dpa)

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