Umfrage: Labour Party wird bei Wahlen Mehrheit ausbauen

9. Mai 2001, 09:59
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Bis zu 70 zusätzliche Mandate möglich

London - Die britische Labour Party wird einer Umfrage zufolge bei den Wahlen am 7. Juni ihre Parlamentsmehrheit weiter ausbauen. Aus einer am Mittwoch in der Tageszeitung "Daily Express" veröffentlichten NOP-Umfrage ging hervor, dass die Partei von Premierminister Tony Blair mit einem Vorsprung von mehr als 250 Sitzen im insgesamt 659 Sitzen umfassenden Parlament rechnen kann. Bei den Wahlen vor vier Jahren erhielt die Labour Party 419 Mandate und damit eine Mehrheit von 179. 51 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, für Labour zustimmen, die Konservativen kamen auf 31 Prozent und die Liberaldemokraten auf 13 Prozent der Stimmen.

Blair hatte den Termin für die Unterhauswahlen am Dienstag angekündigt. In Großbritannien müsste spätestens Mitte kommenden Jahres ein Parlament gewählt werden. Ursprünglich galt der 3. Mai als wahrscheinlicher Wahltermin. Wegen der in Großbritannien grassierenden Maul- und Klauenseuche wurden die Wahlen jedoch verschoben. In Zeitungen spekulierten politische Kommentatoren darüber, dass Blair den Beitritt Großbritanniens zur europäischen Währungsunion zum Wahlkampfthema machen werde.

In der Vergangenheit hatte Blair dieses Thema gemieden, da 70 Prozent der Briten Umfragen zufolge gegen den Euro sind. Der "Independent" berichtete, Äußerungen Blairs am Dienstag könnten darauf hindeuten, dass Blair Großbritannien auf einen Beitritt zur Währungsunion vorbereiten wolle. Blair hatte gesagt, Großbritannien müsse stärker werden - "stärker, weil wir Europa verpflichtet sind". Die "Times" berichtete, viele der britischen Minister seien der Meinung, Blair wolle kurz nach der Wahl ein Referendum abhalten, in dem über den Euro entschieden werden solle.

Blair war vor vier Jahren zum Nachfolger des Konservativen Premierministers John Major gewählt worden. Der 48-jährige Regierungschef wäre im Fall seiner Wiederwahl der erste Labour-Chef mit zwei aufeinander folgenden Amtszeiten als Premierminister. (APA/Reuters)

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