Kostunica will Veto-Recht für Serben im Kosovo

9. Mai 2001, 08:08
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Bei Mehrheitsentscheidungen Rechte von Minderheiten nicht ausreichend geschützt

New York - Der jugoslawische Präsident Vojislav Kostunica hat am Mittwoch für die Serben in der jugoslawischen Provinz Kosovo ein Veto-Recht im Provinzparlament gefordert. Bei Mehrheitsentscheidungen seien die Rechte von Minderheiten nicht ausreichend geschützt, sagte Kostunica nach einem Gespräch mit dem UNO-Generalsekretär Kofi Annan in New York. Wegen der überwältigenden Mehrheit der albanischen Bevölkerung im Kosovo funktioniere in diesem Fall ein Parlamentssystem mit Mehrheitsentscheidungen nicht. Die unter UNO-Verwaltung stehende Provinz wählt im Herbst ihre Volksvertretung neu.

Kostunica traf in New York auch mit dem Chef der UNO-Verwaltung im Kosovo, Hans Haekkerup, zusammen. Haekkerup hat einen Entwurf für das Parlamentssystem im Kosovo ausgearbeitet. Die jugoslawische Regierung hat daran kritisiert, dass der Plan de facto zur Unabhängigkeit des Kosovo führe. Die Provinz steht seit dem Ende des Kosovo-Krieges im Juni 1999 unter UNO-Verwaltung. Die albanische Mehrheit strebt nach größtmöglicher Unabhängigkeit vom ansonsten mehrheitlich serbischen Jugoslawien. Unter dem früheren Präsidenten Slobodan Milosevic hatte die serbische Mehrheit im Kosovo Krieg gegen die Albaner geführt. Rund 200.000 Serben sind nach Kriegsende aus der Provinz im Süden des Landes geflohen. (APA/Reuters)

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