Japan prüft Anspruch weiblicher Nachkommen auf Kaiserthron

9. Mai 2001, 14:36
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Regierungspartei erwägt Gesetzesänderung

Tokio - Die japanische Regierung will prüfen, ob künftig auch weibliche Nachkommen der Kaiserfamilie Anspruch auf den Thron anmelden können. Die regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) werde eine Änderung des Gesetzes untersuchen, demzufolge nur männliche Nachfahren Kaiser werden dürfen, berichtete die Tageszeitung "Yomiuri" am Mittwoch auf ihrer Titelseite. Ein Gremium unter Leitung von Ministerpräsident Junichiro Koizumi will sich kommende Woche mit dieser Frage befassen, wie ein LDP-Vertreter bestätigte.

Hintergrund des Schrittes ist möglicherweise eine Schwangerschaft von Prinzessin Masako, der Frau von Kronprinz Naruhito. Das Kaiserhaus hatte vor einigen Wochen bekannt gegeben, die 37-Jährige weise Anzeichen einer Schwangerschaft auf. Nach steigendem Druck auf die Prinzessin, einen männlichen Thronfolger zu gebären, waren in Japan vermehrt Forderungen laut geworden, auch Frauen Anspruch auf den Thron zu gewähren.

Japan ist die älteste Erbmonarchie der Welt. Der Legende zufolge stammt der derzeit residierende 125. Kaiser Akihito direkt von Kaiser Jimmu ab, der den Thron etwa 660 vor Christus bestieg. (APA/AP)

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