EU-Beitrittskandidaten suchen gemeinsame Linie gegen Übergangsfristen

9. Mai 2001, 06:50
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Gemeinsames Außenministertreffen in Prag

Budapest - Die aussichtsreichsten EU-Beitrittskandidaten wollen sich auf eine gemeinsame Linie gegen die von Deutschland und Österreich geforderten Übergangsfristen beim Zuzug von Arbeitnehmern nach der EU-Erweiterung verständigen. Die Außenminister Tschechiens, Ungarns, Polens, Sloweniens, Estlands und Zyperns wollen sich zu diesem Zweck am 23. Mai in Prag treffen, wie am Dienstagabend der slowenische Außenminister Dmitrij Rupel nach einem Treffen mit seinem ungarischen Kollegen Janos Martonyi ankündigte.

Deutschland und Österreich wollen bis zu siebenjährige Übergangszeiten. Ein Kompromissvorschlag der EU-Kommission sieht vor, dass die betroffenen Länder ihre Märkte zunächst fünf Jahre gegen Arbeitnehmer aus Osteuropa abschotten dürfen. In begründeten Fällen soll die Frist noch einmal um zwei Jahre verlängert werden dürfen. Länder, die ihre Märkte früher öffnen wollen, sollen dies aber tun können. Der Vorschlag, der einstimmig von den EU-Ministern beschlossen werden muss, wird anschließend den Beitrittskandidaten vorgelegt. (APA)

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