Journalisten-Mord: Leiche von Georgi Gongadse offenbar identifiziert

8. Mai 2001, 21:20
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Keine Angaben über Todesursache

Die Leiche des mutmaßlich ermordeten ukrainischen Journalisten Georgi Gongadse ist nach offiziellen Angaben eindeutig identifiziert. Die ukrainische Staatsanwaltschaft teilte unter Berufung auf Experten am Dienstag in Kiew mit, sowohl eine gerichtsmedizinische Untersuchung als auch eine Erbgut-Analyse hätten dieses Ergebnis erbracht.

Die Untersuchung sei gemeinsam von ukrainischen und amerikanischen Wissenschaftlern geführt worden. Das Team habe jedoch keine Angaben über die Todesursache machen können, da der Kopf des Leichnams fehle und seit dem Tod Gongadses bereits zu viel Zeit verstrichen sei, sagte ein Staatsanwalt vor Journalisten.

Regierung in Mord verstrickt?

Die ukrainische Opposition wirft Präsident Leonid Kutschma vor, in den Mord an Gongadse verstrickt zu sein. Kutschma weist diese Beschuldigung zurück. Die Affäre um den Journalisten hatte zu wütenden Protesten in Kiew und Rücktrittsforderungen gegen Kutschma geführt. (APA)

Der 31-jährige Gongadse war im September verschwunden. Im November wurde eine kopflose Leiche gefunden worden, die im Februar zunächst als die des Journalisten identifiziert worden war. Ein deutsches Institut hatte daran zwischenzeitlich Zweifel angemeldet.
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