Cheney: "Wir werden den Amerikanern nicht sagen, dass sie die Lichter ausmachen und in Dunkelheit leben sollen

8. Mai 2001, 21:28
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Vize-Präsident kündigt den Bau neuer Atomkraftwerke an

Washington - US-Vizepräsident Dick Cheney hat Forderungen, die USA sollten an einer Reduktion des CO2-Ausstosses mithelfen, eine deutliche Abfuhr erteilt.

Um den steigenden Energiebedarf zu decken, müssten in den USA in den nächsten 20 Jahren mindestens 1.300 neue Kraftwerke gebaut werden, sagte Cheney. Seiner Ansicht nach sollten darunter auch Atomkraftwerke sein. "Wir glauben, dass über Atomkraft erneut nachgedacht werden sollte", sagte Cheney.

Cheney leitet eine von Präsident George W. Bush direkt nach seiner Amtsübernahme eingerichtete Energie-Kommission. Sie legt nächste Woche Vorschläge vor, wie der Energiebedarf gedeckt werden kann. Wie bereits durchsickerte, empfiehlt die Kommission vor allem neue Öl- und Gasbohrungen, neue Pipelines, mehr Raffinerien und mehr Kohleförderung.

In Teilen Kaliforniens war am Montagabend zum fünften Mal in diesem Jahr für eine Stunde der Strom abgestellt worden, weil die Stromreserven der Energieunternehmen praktisch aufgebraucht waren. In den USA gibt es derzeit 103 Atomkraftwerke. Seit dem Unfall in Three Miles Island in Pennsylvania 1979 sind keine neuen Nuklearkraftwerke mehr gebaut worden.

Forderungen von Umweltgruppen, mehr Energie einzusparen, hat Cheney mehrfach abgetan. "Wir werden den Amerikanern nicht sagen, dass sie die Lichter ausmachen und in Dunkelheit leben sollen", sagte er. US-Bürger verbrauchen mehr Energie pro Kopf als jedes andere Volk der Welt. (APA/dpa)

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