Serbischer Vizepremier angeblich in Sexaffäre verwickelt

8. Mai 2001, 19:58
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Vuk Obradovic soll weibliche Parteimitglieder belästigt haben

Belgrad - Der serbische Vizepremier Vuk Obradovic ist angeblich in eine Sex-Affäre verwickelt. Fünfzehn von insgesamt 21 Mitgliedern des Hauptausschusses der Partei beschuldigten den Parteichef der Sozialdemokratischen Partei weibliche Mitglieder sexuell belästigt zu haben. Eine Parteisitzung endete schließlich mit einem Eklat: Zahlreiche Kritiker von Obradovic wurden aus der Partei ausgeschlossen.

Der Belgrader Sender "B92" meldete unterdessen unter Berufung auf einen der Kritiker von Obradovic, dass gegen den Vizepremierbereits von vier Parteikolleginnen bereits Klagen eingereicht worden sein. Obradovic selbst sprach von einem Versuch, ihn diskreditieren zu wollen. Der serbische Vizepremier leitet eine Regierungskommission zur Untersuchung der Korruption unter dem Regime von Ex-Präsident Slobodan Milosevic.

Es wird nicht ausgeschlossen, dass hinter dem "Sexskandal" Geschäftsleute stecken, die sich unter Milosevic stark bereichert hatten und nun befürchten, von Obradovic zur Kasse gebeten zu werden. Einer der reichsten Serben, Bogoljub Karic, der an der Gründung der Sozialdemokratischen Partei vor drei Jahren beteiligt war, hat inzwischen bestritten, Drahtzieher der Affäre zu sein. (APA)

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