Schüssel lobt sich selbst: "In Österreich viel in Bewegung gebracht"

8. Mai 2001, 19:40
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Kanzler will "der älteren Generation ein Recht auf Integration in den Arbeitsprozess" sichern

Linz - "Wir haben in Österreich sehr viel in Bewegung gebracht", zeigte sich Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) am Dienstag am Beginn der VP-Klubtagung in Linz zufrieden mit der bisherigen Arbeit seiner Regierung. Ziel sei, dafür zu sorgen, dass "Wirtschaftsstandort und Menschlichkeitsstandort" kein Widerspruch sind. Die ÖVP wolle dabei auch ihre christlich-sozialen Wurzeln stark betonen, die sie von allen anderen Parteien unterscheide.

Der VP-Chef nannte in diesem Zusammenhang etwa den Umgang mit dem Leben und die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe. Dazu komme das Familienbild, wo klar davon ausgegangen werde, dass Kinder als Bereicherung und nicht als Belastung gesehen werden. Dazu gehöre auch, dass es Mütter gebe, die bei den Kindern bleiben wollten, keinesfalls gehe es jedenfalls darum, ein "Heimchenbild zu pflegen".

Recht auf Integration in den Arbeitsprozess

"Es soll kein Naturgesetz sein, dass die gewonnene Generation der Älteren nicht auch ein Recht auf Integration in den Arbeitsprozess hat", begründete der Kanzler seinen Vorstoß in Richtung höheres Pensionsantrittsalter. Es gehe darum, das Reservoir älterer Arbeitskräfte, das vom Wirtschaftsforschungsinstitut mit rund 220.000 Personen angegeben worden sei, zu nutzen: "Das heißt, wir würden überhaupt keinen Zuzug brauchen, wenn wir diese Studie ernst nehmen." Dazu komme, dass das gesetzliche Pensionsalter schon jetzt bei 65 Jahren liege, ein früherer Ruhestand sei die Ausnahme - entweder zeitlich befristet oder sachlich begründet. Des weiteren müsse soziale Sicherheit langfristig finanzierbar gemacht werden.

Klubchef Andreas Khol nannte in der Eröffnungspressekonferenz die fünf Schwerpunktthemen, mit denen sich die Abgeordneten bei der Studientagung in Arbeitsgruppen befassen sollen. Zum einen gehe es um "Lebenssicherung im weitesten Sinn", also um Themen wie die Ablehnung der aktiven Sterbehilfe bis hin zur langfristigen Sicherung des Gesundheitssystems. Zweiter Punkt sei die "Solidaritätssicherung", etwa mit der Sicherung des Sozialsystems. Dazu kommen die Themen "Moderner Staat", "Bildung" sowie "Arbeit und Vollbeschäftigung". (APA)

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