"Heidrun Silhavy soll SPÖ übernehmen"

8. Mai 2001, 19:18
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SP-Frauen schlagen Sozialsprecherin für Schachner-Nachfolge vor

Graz - Der Vorsitzende hat es zwar verboten, hinter seinem Rücken wird aber nach wie vor emsig über seine vorzeitige Ablöse gemauschelt. Der steirische SPÖ-Chef Peter Schachner-Blazizek will erst Mitte 2002 seinen Nachfolger bekannt geben. Bis dahin hat er sich jede öffentliche Nachfolgedebatte verbeten. Die steirische SPÖ-Vorsitzende Johanna Schicker will dennoch nicht länger still halten.

Schicker schlägt jetzt die derzeitige SP-Sozialsprecherin Heidrun Silhavy als Schachner-Nachfolgerin vor. Die stellvertretende Bundesfrauenchefin im Gespräch mit dem STANDARD: "Wir Frauen haben uns bis jetzt bedeckt gehalten, aber damit ist jetzt Schluss. Heidrun Silhavy ist eine überaus kompetente Frau, die auch jetzt in den Sozialdebatten im Parlament ihr Format gezeigt hat. Ich würde es mir außerordentlich wünschen, wenn die Heidrun die Partei übernehmen würde. Sie wäre sicher mehrheitsfähig."

Mit Silhavy sind nun inoffiziell vier Varianten um die Schachner-Nachfolge im Spiel. Als Favorit und Vertreter des "pragmatischen Flügels" gilt Spitalslandesrat Günter Dörflinger, als "linker" Kandidat Soziallandesrat Kurt Flecker und als "Mann der Basis" Landtagsklubchef Siegfried Schrittwieser.

Johanna Schicker möchte jedenfalls auch das Diktat "Schluss der Debatte" nicht länger hinnehmen. Die SP-Frauenchefin: "Es muss auch über den Zeitraum diskutiert werden. Ich respektiere den Zeitplan Schachners, aber es heißt ja nicht, dass nicht schon vorher die Nachfolge geklärt werden kann. Noch ein weiteres Jahr Diskussion um den Parteivorsitz tut der Partei nicht gut." Mit der Forderung, die von Schachner-Blazizek festgesetzte Frist bis 2002 zu verkürzen, war kürzlich der SPÖ-Vorsitzende von Graz-Umgebung, Günther Kräuter, abgeblitzt.

Der Nationalratsabgeordnete hatte im Landesparteivorstand den Antrag gestellt, die Nachfolgefrage nach dem Vorbild der Salzburger SPÖ rasch zu regeln. Kräuter wurde überstimmt. Schachner kommentierte: "Solche Vorstöße sind erlaubt, aber mit dem heutigen Tag beendet." Mit dem Vorschlag "Silhavy" ist die Debatte freilich neu entfacht.

(Walter Müller/DER STANDARD, Printausgabe, 9.5.2001)

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