Saison der "Europerette"

8. Mai 2001, 22:08
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Dominique Mentha setzt 2001/02 auf Tanz und leichte Muse

Wien - Die erste Vorstellung der Volksoper in der kommenden Saison findet, so Dominique Mentha, gewissermaßen außerhalb des Hauses statt: Mit Schwanensee remixed gastiert die Volksoper nämlich beim Tanzfestival in Basel. Auf den Tanz ist Mentha besonders stolz: "Wir haben die österreichische Tanzszene völlig verändert", meinte der Direktor, weshalb die Anzahl der Tanzvorstellungen auch gesteigert wird.

Neue Produktionen in diesem Bereich: Nodding Dog (20. Dezember), die erste große Arbeit der Brüder Michael und Volkmar Klien in Österreich, sowie ein neues Tanzstück von Liz King und Catherine Guerin mt dem Titel Hyde and Jekyll (8. Juni 2002). Die erste Musikpremiere gilt einem Musical: Am 20. Oktober bringt Regisseur, Bühnenbildner und Lichtdesigner Philippe Arlaud Bernsteins West Side Story heraus. Sie wird dann im November im Festspielhaus Baden-Baden gastieren (Dirigent: Thomas Hengelbrock).

Musikdirektor Hengelbrock wird auch den Auftakt zum Jahresprojekt 2002 Europäische Operetten dirigieren, Millöckers Der Bettelstudent (9. Februar 2002) in einer Inszenierung von Dominique Mentha. Mit der spanischen Zarzuela Die Generalin (23. März 2002) von Amadeo Vives (Inszenierung Emilio Sagi, Dirigat Alfred Eschwe) und der britischen Comic Opera Die Piraten von Penzance des Duos Gilbert & Sullivan (Regie: Matthias Schönfeldt, Musikalische Leitung: William Boughton) am 4. Mai. Das Operetten-Jahr wird fortgesetzt und soll in der Saison 2002/2003 mit Si von Pietro Mascagni und Emmerich Kalmans Gräfin Mariza abgeschlossen werden. In der kommenden Saison ist auch die Opernuraufführung von Jazzmärchen (21. Juni 2002) von Max Nagl vorgesehen.

Weitere Vorhaben: Man plant den Umbau des Foyers und des Ersten Ranges. Und neben der Golden Card, die Ermäßigungen im Kartenvorverkauf bietet und mit der laut Mentha der Verlust von 1.000 Abonnenten mehr als wettgemacht werden konnte, wird künftig eine große Anzahl von Zyklen versuchen, Publikumsbedürfnisse differenziert abzudecken. Gleichzeitig mit dem Spielplan wurde auch der Geschäftsbericht 1999/ 2000 präsentiert. Dieser weist einen leichten Gewinn von 748.000 Schilling aus.

Die Sitzplatzauslastung betrug 79 Prozent, wobei zeitgenössische Projekte wie Der Konsul, König Kandaules und Thomas Chatterton nur auf Auslastungen zwischen 55 und 60 Prozent kamen. Im Tanzbereich erreichte Schwanensee remixed 96 Prozent Auslastung, während Sintflut auf nur 53 Prozent kam. "Wir werden auch zu Ende dieser Spielzeit positiv abschließen können", meint Mentha.
(DER STANDARD, Print-Ausgabe, 9. 5. 2001)

Von
Ljubisa Tosic

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