Baustellenslalom auf der A1 hält auch diesen Sommer an

8. Mai 2001, 19:54
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Nach vergangenem Unfall-Sommer wird verstärkt auf Verkehrssicherheit gesetzt - Radar und Pilotprojekt gegen Unfälle

Linz - "Westautobahn: Acht Tote im Gegenverkehr". Im vergangenen Sommer sorgte die die Westautobahn (A1) öfters für tragische Schlagzeilen. Auch heuer drohen wieder Unfälle, denn weiter gibt es Baustellen mit Gegenverkehr en gros. Primär im südlichen Oberösterreich, an der Grenze zu Niederösterreich und bei Pöchlarn.

Die Arbeiten sind Teil der bis zum Jahr 2010 geplanten Generalsanierung der bis zu 40 Jahre alten "West". Der Untergrund muss komplett neu aufbereitet werden, darüber kommen die neuen Schichten, erklärt Harald Dirnbacher von der Autobahnen- und Schnellstraßen-Finanzierungs-Aktiengesellschaft.
Nach dem vergangenen Unfall-Sommer wird nun verstärkt auf die Verkehrssicherheit geachtet, so überwachen vermehrt Radarboxen die Geschwindigkeiten. Potenzielle Gefahrenstellen gibt es dennoch, etwa vor der Abfahrt Haag Richtung Salzburg. Hier wird die Überholspur auf die andere Richtungsfahrbahn übergeleitet, wer in Haag oder St. Valentin von der Autobahn abfahren will, muss auf der rechten Spur bleiben. Das Problem: Nur zwei Tafeln, 200 und 100 Meter vor der Gefahrenstelle, weisen Lenkern den richtigen Weg.

Harald Brandner, zuständiger Beamte beim Land Niederösterreich, hat davon schon gehört, ihm sei aber versichert worden, dass alles ordnungsgemäß ausgeschildert wurde. Er verspricht, die Situation nochmals zu kontrollieren. Ende Juni wird die Überleitung aufgehoben und der Urlauberverkehr in beide Richtungen rollt auf einer Richtungsfahrbahn, beruhigt er. Im Süden Oberösterreichs, bei Seewalchen, wird zur Hebung der Verkehrssicherheit ein Pilotprojekt erprobt. Dort dürfen Lkw und Busse im Baustellenbereich in der Fahrbahnmitte fahren. Helmuth Rechberger vom Büro des zuständigen Landesrates Franz Hiesl (VP) ist vom Erfolg überzeugt. "Laut Gendarmerie gibt es dort weniger Unfälle, auch die Staus haben nicht zugenommen."

Bei der Autobahngendarmerie Seewalchen bestätigt man grundsätzlich die positiven Effekte. "Manchmal werden wir aber von Autofahrern angerufen, die sich über die Lkw in der Mitte beschweren, und nicht überholen können", erzählt ein Beamter. "Die übersehen offensichtlich die Schilder", ist er überzeugt. Warum in der 80 km/h-Zone unbedingt überholt werden muss, ist ihm schleierhaft.

Baustelle Tangente

Auf der Wiener Südosttangente, auf der seit Dienstag gebaut wird, blieb der erwartete Stau vorerst aus. Lenkern stehen in Fahrtrichtung Norden zwischen den Auffahrten Gürtel und St. Marx nur noch drei Fahrspuren zur Verfügung, die innere Gürtelauffahrt Richtung Norden ist gesperrt. Bis November. (DER STANDARD, Print-Ausgabe 9. 5. 2001)

Von Michael Möseneder
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