Heim aus heimischem Wald

9. Mai 2001, 14:39
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Holz statt Beton verwendet der Häuslbauer noch zögerlich

St. Pölten - Für den Bau von Hochhäusern und Bürotürmen sehen es nur acht Prozent aller Österreicherinnen und Österreicher als "sehr geeignet" an, das Holz. Während sich immerhin 67 Prozent problemlos "Einrichtungen und Niedrigenergiehäuser" aus dem nachwachsenden Material vorstellen können.

Bauen mit Holz gelte eben als "trendig" (bei 53 Prozent), gleichzeitig aber auch als "traditionsverbunden" (bei 66 Prozent), also im Grunde als "zeitlos", erläuterte Meinungsforscher Rudolf Bretschneider vom Fessel-GfK-Institut bei der Auftaktveranstaltung für den neuen TecNetCluster Holz Niederösterreich: Einer seit 1. Jänner 2001 bestehenden Informations- und Kommunikationsplattform für Unternehmer, die "in Holz" arbeiten - von Waldbesitzern über Sägewerker zu Tischlern, Designern und Erbauern von Holzhäusern sowie von Hackschnitzel-und Pelletheizungen.

Unternehmern, die - wie Clustermanager Peter Sattler ausführte - in Niederösterreich "zu 70 Prozent nur ein bis zehn Arbeitnehmer beschäftigen", also nach EU-Definition "Kleinstbetriebe" unterhalten, und die dennoch landesweit zehn Prozent aller Arbeitsplätze stellen. Eine Situation, die "regionale Zusammenarbeit" dringend notwendig mache, um "im zunehmenden Wettbewerb bestehen zu können".

Wie zum Beispiel in Form der Linie 8 Pielachtaler Holzwerkstätten: Acht Mostviertler Tischler, die gemeinsam eine neue Produktlinie aus Lärche entwickelt haben. Oder des Öko-Bau Qualitätsverbunds, einem Netzwerk aus neun Unternehmen, die Holzhäuser in Niedrigenergiebauweise anbieten.

Mittelfristig sollte es möglich sein, den Anteil von Holzhäusern im Land von zur Zeit 8 auf "bis zu 20 Prozent" zu erhöhen, gab sich Umweltlandesrat Wolfgang Sobotka (VP) bei der hochkarätig besetzten Startveranstaltung im St. Pöltner Festspielhaus optimistisch: In den USA etwa nutze schon jeder zweite Häuslbauer den Rohstoff aus den Wäldern. Zumal in Niederösterreich jährlich - wie Agrarlandesrat Josef Plank (VP) betonte - "1,5 Millionen Festmeter Holz nachwachsen: Eine Fläche von 290 Fußballfeldern." (bri, DER STANDARD, Print-Ausgabe 9. 5. 2001

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