Türkei: Linksextremist zum Tode verurteilt

8. Mai 2001, 19:00
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Zwei weitere Angeklagte müssen mit langjährigen Gefängnisstrafen rechnen

Istanbul - Das Istanbuler Staatssicherheitsgericht hat einen Linksextremisten wegen des Versuchs, die Verfassung mit Waffengewalt außer Kraft zu setzen, zum Tode verurteilt. Zwei weitere Angeklagte müssen für jeweils 15 Jahre ins Gefängnis, berichteten Medien am Dienstag. Die Mitglieder der DHKP-C (Revolutionäre Volksbefreiungsfront) planten nach Überzeugung des Gerichts mehrmals Mordanschläge auf den Putschgeneral und ehemaligen Staatspräsidenten Kenan Evren, verwarfen die Pläne aber immer wieder. 1996 waren die Angeklagten verhaftet worden.

In vorherigen Verfahren waren die Männer aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden. Nachdem das Urteil von einer Revisionsinstanz aufgehoben worden war, wurde der Fall erneut aufgerollt. In der Türkei ist seit 1984 niemand mehr hingerichtet worden. Der bekannteste Todeskandidat ist bereits verurteilte Chef der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan. Die Europäische Union verlangt vom Beitrittskandidaten Türkei zahlreiche Reformen, darunter die Abschaffung der Todesstrafe. (APA/dpa)

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