UNO-Konvention über weltweites Chemikalien-Verbot unterschriftsreif

9. Mai 2001, 20:25
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Rund 120 Staaten werden sich dazu verpflichten

Bonn - Das UNO-Abkommen über ein weltweites Verbot hochgiftiger Chemikalien ist unterschriftsreif. Rund 120 Vertragsstaaten würden die Konvention auf einer Ministerkonferenz in Stockholm (21. bis 23. Mai) unterzeichnen, teilte Jim Willis von der UNO-Umweltbehörde (UNEP) am Montag in Bonn mit.

Die so genannte Stockholm-Konvention sei ein Meilenstein auf dem Weg zu einer besseren internationalen Chemikalien-Sicherheit. 50 Staaten müssen das Abkommen ratifizieren, damit es völkerrechtlich bindend in Kraft tritt.

Mit der Konvention werden Produktion und Anwendung von zwölf besonders gefährlichen und schwer abbaubaren organischen Schadstoffen (Persistant Organic Pollutants - kurz: POPs) verboten. Dieses "dreckige Dutzend" - vor allem Pflanzenschutzmittel wie DDT, Aldrin oder Heptachlor - kann nach wissenschaftlichen Erkenntnissen auch in kleinen Dosen zu Krebs, Störungen des Immun- und Hormonsystems sowie zu schleichenden Umweltzerstörungen führen.

Um die Konvention umzusetzen, seien viele Jahre nötig, erläuterte Ulrich Schlottmann vom deutschen Bundesumweltministerium, der die Verhandlungen auf deutscher Seite leitete. Nach Auskunft von Willis sind die Kosten für die Beseitigung der Altchemikalien in Entwicklungsländern enorm. Der Mitarbeiter der UN-Umweltbehörde bezifferte sie auf mehrere Milliarden Mark. Rund 7 Milliarden Schilling werde zunächst vom Globalen Umweltfonds (GEF) der UNO bereitgestellt. (APA/dpa)

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