Peres wünscht deutsche Vermittlung

8. Mai 2001, 17:31
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Israels Außenminister in Frankfurt mit Friedenspreis ausgezeichnet

Berlin - Der israelische Außenminister Shimon Peres hat an die deutsche Bundesregierung appelliert, vermittelnd im Nahen Osten zu wirken. Peres äußerte am Dienstag am Rande des Kongresses der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) in Berlin die Erwartung, dass der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder und Außenminister Joschka Fischer bald in den Nahen Osten reisen. Sie könnten dazu beitragen, dass der Verhandlungsprozess zwischen Israelis und Palästinensern wieder in Gang komme.

"Die deutsche Stimme ist wichtig", sagte Peres. Derzeit gibt es allerdings keine Pläne für eine neue Reise Schröders in den Nahen Osten, wie ein Sprecher der deutschen Bundesregierung auf Anfrage sagte. Schröder hatte die Region zuletzt im vergangenen Herbst besucht.

Peres nahm als Gast an dem SPE-Kongress teil. Auf einer Pressekonferenz forderte er die Palästinenser auf, weitere Gewaltakte zu unterlassen und zum Friedensprozess zurückzukehren. "Der beste Beginn für den Frieden ist das Ende des Terrors", betonte der israelische Außenminister. "Diplomatie und Terror" ließen sich nicht vermischen.

Peres war am Montag in Berlin eingetroffen. Am Dienstagnachmittag wurde er in Frankfurt am Main mit dem erstmals vergebenen Friedenspreis der Geschwister Korn und Gerstenmann-Stiftung ausgezeichnet. Der israelische Außenminister erhielt den mit 100.000 Mark (51.129 Euro/703.553 S) dotierten Preis für "sein literarisches Wirken für den Frieden in Israel und im Nahen Osten." Peres hat sich auch als Autor über den Friedensprozess im Nahen Osten hervorgetan. Am Abend wurde er in Berlin zurückerwartet, wo er mit Schröder zusammentreffen wollte. Am Mittwoch will Peres mit Fischer sprechen und in der deutschen Hauptstadt die neue israelische Botschaft einweihen. (APA)

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