Tetovo: Kämpfe flammen wieder auf

8. Mai 2001, 20:16
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Mazedonische Armee will bei der Bekämpfung der "Terroristen" weiter auf Härte setzen

Tetovo/Vakcince - Die mazedonische Armee hat am Dienstagabend bei der Stadt Tetovo im Nordwesten Stellungen der albanischen Nationalen Befreiungsarmee (UCK) angegriffen. Von 18.00 Uhr an seien bei der Ortschaft Brodec in den Bergen über der Stadt Panzer und Artillerie eingesetzt worden, hieß es aus Armeekreisen in Skopje.

Mit Panzern, Artillerie und Kampfhubschraubern hat die mazedonische Armee am Dienstag wieder Stellungen albanischer Rebellen im Norden des Landes beschossen. In den Dörfern Vakcince und Slupcane schlugen Geschosse und Raketen ein. Über den Orten, die als Hochburgen der Rebellen gelten, waren Rauchsäulen zu sehen. Die Rebellen schienen das Feuer kaum zu erwidern. Die Angriffe der Armee hielten seit Donnerstag an.

Hunderte Albaner versuchten über die Grenze in den Kosovo zu entkommen. Am Montag kamen nach Angaben des UNO-Flüchtlingshilfswerks UNHCR 3.000 Menschen, seit Donnerstag insgesamt 6.600. Nach Angaben der mazedonischen Regierung halten die Rebellen weiterhin bis zu 3.500 Zivilisten in ihrer Gewalt, möglicherweise als menschliche Schutzschilde.

Mazedonische Armee will weiter hart gegen Rebellen vorgehen

Die mazedonische Armee hat eine Fortsetzung des Kampfes gegen albanische Rebellen im Nordosten des Landes angekündigt. Die Aktionen würden "bis zur Auslöschung der Terroristen" weitergehen, sagte ein Armeesprecher am Dienstag in Kumanovo. Die Soldaten hätten ihre Angriffe gegen die Albanerrebellen mit Panzern und Artillerie "präzisiert". Hubschrauber würden dagegen derzeit nur zur Aufklärung eingesetzt, fügte der Sprecher hinzu. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums sagte, die "albanischen Terroristen" hätten "schwere Verluste" erlitten, die mazedonische Armee dagegen noch nicht einmal Verletzte zu beklagen. Genauere Angaben machte er jedoch nicht.

Zuvor gab die mazedonische Regierung die Bildung einer großen Koalition der Nationalen Einheit bekannt. Das Abkommen sieht nach Regierungsangaben die Beteiligung der Oppositionsparteien von Albanern und Mazedoniern vor. Die Einigung kam nach Marathonverhandlungen der Regierung mit NATO-Generalsekretär George Robertson und dem Außen- und Sicherheitsbeauftragten der EU, Javier Solana, zustande. Die Rebellen beharrten jedoch auf einer Einbeziehung in die Gespräche. (APA/Reuters)

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