Ermittlungen rund um "Sex-Affäre" dauern an

8. Mai 2001, 16:51
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Leitender Staatsanwalt Cede: Anklageerhebung gegen Ortlieb noch nicht entschieden

Innsbruck - Die Ermittlungen der Innsbrucker Staatsanwaltschaft rund um eine "Sex-Affäre" einer in der Flughafengarage aufgefundenen verwirrten Frau, in die möglicherweise auch der Vorarlberger FPÖ-NAbg. Patrick Ortlieb verwickelt gewesen sein könnte, sind noch nicht abgeschlossen. Noch nicht entschieden sei, ob gegen Ortlieb Anklage erhoben werde oder nicht, erklärte der leitende Staatsanwalt Heinrich Cede am Dienstag. Er hoffe aber, dass die Entscheidung "nicht länger als einen Monat dauern wird", teilte Cede auf Anfrage der APA mit.

Die Entscheidung verzögere sich deshalb, "da in Verdachtssachen bei Nationalräten Berichtspflichten" vorliegen würden. "Was immer wir tun, schlagen wir dem Ministerium vor", betonte Cede. Daher sei anschließend die Weisung bzw. der Akt des Ministeriums abzuwarten.

Eine 34-jährige Innsbruckerin war am 27. März diesen Jahres in der Tiefgarage am Innsbrucker Flughafen aufgefunden worden. Ihre Unterwäsche sowie eine 1.000-Schilling-Note waren neben ihr am Boden gelegen. Da die Frau völlig verstört gewesen war und keinerlei Angaben machen konnte, war ein so genannter Schnelltest auf "K.O.-Tropfen" sowie auf Drogenkonsum durchgeführt worden. Dieser war negativ verlaufen. Ein weiteres Gutachten der Gerichtsmedizin hatte ergeben, dass keine "K.O.Tropfen" im Spiel gewesen seien.

"Auskunftsperson" Ortlieb

Der ehemalige Skistar hatte nach Einvernahme durch die Innsbrucker Polizei in einer schriftlichen Stellungnahme erklärt, in dem Gespräch als "Auskunftsperson" zur "Klärung dieses Falles" fungiert zu haben. Es sei ihm geraten worden, "dem medialen Druck nicht nachzugeben" und sich gegenüber den Medien "ruhig zu verhalten", denn nur so sei "eine lückenlose Klärung der besagten Nacht möglich", hatte Ortlieb damals erklärt. "Seitens der ermittelnden Behörden" sei ihm "sowieso nie ein strafrechtlich relevantes Fehlverhalten vorgeworfen worden".

Laut einer ärztlichen Untersuchung musste die Frau kurz vor ihrer Auffindung Geschlechtsverkehr gehabt haben. Unklar war vorerst, ob dies freiwillig oder unfreiwillig geschehen war. Wie die Bilder der Überwachungskamera gezeigt hatten, war die Frau einige Zeit davor aus dem Wagen des Politikers gestiegen. Die beiden sollen sich in derselben Nacht in einem Innsbrucker Innenstadtlokal kennen gelernt haben. Anschließend hatte Ortlieb die Frau zum Flughafen gebracht, "weil ich mir gedacht habe, dort kriegt sie schneller ein Taxi", hatte der Vorarlberger NAbg. betont. (APA)

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