Südkorea fordert Japan zu Korrektur von Geschichtsbüchern auf

8. Mai 2001, 15:59
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Japanische Konolialherrschaft auf koreanischer Halbinsel einer der Streitpunkte

Tokio - Südkorea hat seine Kritik an Japan wegen der Genehmigung von Schulbüchern mit umstrittenen Aussagen über die japanische Kolonialherrschaft in Korea (1910-1945) und den Zweiten Weltkrieg verschärft. Die japanische Regierung wurde am Dienstag offiziell aufgefordert, 35 Korrekturen an acht neuen Mittelschulbüchern vorzunehmen. Der japanische Botschafter wurde zu diesem Zweck in das Außenministerium in Seoul zitiert. Das Verteidigungsministerium in Seoul sagte eine im Juni geplante Marineübung mit Japan auf unbestimmte Zeit ab.

In den Textbüchern werde Japans Kolonialherrschaft auf der koreanischen Halbinsel glorifiziert und die während des Krieges von der kaiserlichen japanischen Armee begangenen Verbrechen verklärt, sagte der südkoreanische Außenminister Han Seung Soo am Dienstag nach Berichten der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Die alte japanische Regierung unter dem zurückgetretenen Premier Yoshiro Mori hatte die umstrittenen Bücher am 3. April für den Unterricht im kommenden Schuljahr freigegeben. Aus Protest war bereits der südkoreanische Botschafter in Tokio für zehn Tage zurückberufen worden.

Texte werden nicht revidiert

Der neue japanische Regierungschef Junichiro Koizumi sagte am Dienstag vor Reportern, die Textbücher könnten zwar nicht mehr revidiert werden, doch nehme seine Regierung Seouls Ansichten sehr ernst und werde wohlwollend überlegen, wie die Angelegenheit am besten gelöst werden könne.

Auch Chinas Staats- und Parteichef Jiang Zemin hatte kritisiert, dass in japanischen Schulbüchern nach wie vor Hinweise auf die Kriegsgräuel in China fehlten, insbesondere das Massaker der japanischen Invasionsarmee an Hunderttausenden von chinesischen Zivilisten in Nanking 1937. (APA/dpa)

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