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8. Mai 2001, 15:09
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Greenpeace ruft zu Boykott von Esso-Tankstellen auf

London - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat am Dienstag in Großbritannien zu einem Boykott der europäischen Tochter des US-Ölkonzerns Exxon Mobil, Esso, aufgerufen. Greenpeace wirft Exxon vor, die Ablehnung des Klimaschutzabkommens von Kyoto durch die USA zu unterstützen. An dem Aufruf zum Boykott aller Esso-Tankstellen beteiligten sich auch mehrere Prominente, darunter das Ex-Model Bianca Jagger, die Pop-Sängerin Annie Lennox und der Schauspieler Ralph Fiennes. Greenpeace und weitere Umweltgruppen fordern, dass Exxon sich öffentlich für Kyoto ausspricht.

"Als Einzelne stehen wir oftmals machtlos einer sich ausbreitenden Katastrophe gegenüber", sagte Jagger. "Aber mit dieser Kampagne können wir etwas bewirken", fügte die Ex-Frau des Rolling-Stones Chefs Mick Jagger hinzu. Der Direktor von Greenpeace, Stephen Tindale, warf Esso vor, die "Nummer eins der Verbrecher der globalen Erderwärmung" zu sein. Esso erklärte, der Boykott werde kaum zu einer Änderung der US-Politik führen, könne aber die Pächter von Esso in Großbritannien und deren Angestellte treffen.

Umweltschützer werfen Exxon Mobil vor, nicht anzuerkennen, dass nach wissenschaftlicher Erkenntnis die Verbrennung fossiler Brennstoffe zur Erwärmung des Erdklimas führe. Exxon bekämpfe vielmehr diese Erkenntnis in einer internationalen Koalition mit anderen Unternehmen.

US-Präsident George W. Bush hat dem Klimaschutzabkommen von Kyoto wegen angeblicher negativer Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum in den USA eine Absage erteilt. In dem 1997 vereinbarten Abkommen hatten sich die Industriestaaten verpflichtet, ihre Schadstoff-Emissionen bis 2012 weltweit um 5,2 Prozent zu reduzieren, gemessen am Stand von 1990. (APA/Reuters)

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