UCK gegen neue Koalitionsregierung in Skopje

8. Mai 2001, 18:15
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Albaner-Rebellen warnen vor weiterem Blutvergießen

Pristina/Slupcane/Skopje - Die Rebellen der albanischen "Nationalen Befreiungsarmee" (UCK) haben die Ankündigung einer großen Regierungskoalition in Mazedonien als Auslöser neuen Blutvergießens bezeichnet. "Die Bildung irgendeiner Regierung mit irgendeinem Dialog ohne die UCK ist nur ein Prozess, der die Zeit des Blutvergießens und weiterer Zerstörung in diesem Land verlängert", sagte ein UCK-Sprecher am Dienstag in einem Telefongespräch. "Aus diesen Regierungen kann nichts Gutes werden, ungeachtet der Vermittlung der Europäischen Union."

Der Sprecher der Rebellen mit dem Decknamen "Sokoli" warnte zugleich die beiden legalen albanischen Parteien in der neuen Koalition der Nationalen Einheit. Er warf der Demokratischen Albanerpartei DPA und der albanischen Partei der Demokratischen Prosperität (PDP) vor, sich nicht um die gefährdete albanische Bevölkerung im Norden zu kümmern. "Weder die die DPA noch die PDP können länger die Interessen der Albaner in Mazedonien vertreten", sagte Sokoli.

Mit schwerer Artillerie, Mörsern und Kampfhubschraubern haben mazedonische Regierungstruppen am Dienstag eine neue Großoffensive gegen Stellungen albanischer Rebellen in Vaksince gestartet. Obwohl die Rebellen das Feuer offenbar nicht erwiderten, erklärte ein Rebellenführer, der sich als "Hauptmann Hoxha" ausgab, in einem Telefongespräch, man habe sich nicht zurückgezogen, wie es die Regierung behauptet habe. (APA/dpa/AP)

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