In Schlachthöfen herrschen "brutale Methoden"

8. Mai 2001, 14:59
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Die Grünen kritisieren EU-Richtlinien

Wien - "Brutale Methoden" herrschen nach Ansicht der Grünen in Schlachthäusern. "Anlass, warum es jetzt so arg zu sein scheint, sind die neuen Richtlinien der EU", erklärte die stv. Klubobfrau der Grünen, Madeleine Petrovic, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Wien. Die seit 1. Jänner 2001 bestehende Richtlinie verbietet den bisher üblichen Einsatz des Rückenmarkzerstörers, um die Verbreitung von BSE-spezifischem Risikomaterial im Körper zu verhindern.

Tiere sind beim Schlachten noch am Leben

Das führe jedoch dazu, dass viele Tiere während der eigentlichen Schlachtung noch am Leben sind und den Vorgang wahrnehmen. Es sei kaum zu glauben, "dass diese unmenschliche Brutalität an der Tagesordnung ist", kritisierte Petrovic.

Lebend aufgeschnitten

Ein Beispiel dieser Vorgehensweise in einem Oberösterreichischen Schlachthof dokumentierte der Journalist Friedrich Mülln in einem Film. "In den letzten Wochen und Monaten habe ich im Laufe meiner Recherchen jede Menge Grausamkeiten erlebt. Dieser Schlachthof übertrifft das meiste noch, ist aber kein Einzelfall", sagte Mülln. Die Bilder zeigen, dass viele der Tiere noch leben, die Augen bewegen und zu brüllen beginnen, während sie kopfüber hängend aufgeschnitten werden.

Tierquälerei

Petrovic machte darauf aufmerksam, dass die neue EU-Richtlinie nicht im Einklang mit bereits bestehenden nationalen Gesetzen stehe. Paragraph 222 des Strafgesetzbuches besagt, dass Tierquälerei mit Freiheits- oder Geldstrafe zu ahnden ist. "Die EU kann nicht das österreichische Zivil- und Strafrecht ändern", betonte Petrovic.

Die zentralen Forderungen der Grünen sind die sofortige Überprüfung aller Schlachthöfe, eine laufende tierärztliche Überprüfung des Betäubungs- und Schlachtvorganges und neue Betäubungsmethoden. Es müsse garantiert sein, dass die Tiere vor dem Tötungsvorgang bewusstlos sind und nicht währenddessen erwachen. Momentan stehen elektrische Betäubungsverfahren zur Diskussion. (APA)

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