EU-Entscheidung zu Online-Werbetochter von ORF und Netway bis 21. Mai

8. Mai 2001, 14:43
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Wettbewerbskommission prüft Adworx GmbH im "normalen" Verfahren

Die EU-Kommission muss bis zum 21. Mai entscheiden, ob sie die geplante Kooperation zwischen ORF und dem Internet-Provider Netway im Online-Vermarktungsbereich gleich genehmigt oder doch noch genauer prüft. Zuletzt wurde der Fall von einem "vereinfachten" zu einem "normalen" Verfahren umgewandelt, dennoch zeigt die bisherige Praxis, das eine rasche Genehmigung zu erwarten ist. Gesellschafter der Adworx Internet Service GesmbH sind zu je 47,5 Prozent der ORF und Netway, weitere fünf Prozent hält die Raiffeisen-Medienbeteiligungstochter Medicur-Holding GesmbH.

Seit Herbst 2000 haben die Wettbewerbshüter in der EU-Kommission ein vereinfachtes Verfahren eingeführt, mit dem auf ersten Blick problemlose Unternehmenszusammenschlüsse rasch abgewickelt werden können. Seither werden rund 40 Prozent aller angemeldeten Fälle im "einfachen Verfahren" abgewickelt und nach einem Monat genehmigt. Die Alternative wäre, nach einem Monat eine viermonatige Phase der vertieften Prüfung einzuleiten, was schon auf schwerwiegende Bedenken der EU-Kommission hindeuten würde.

Ab und zu gibt es in der EU-Kommission nachträgliche Zweifel am vereinfachten Verfahren oder aber Konkurrenten geben Kommentare zu dem Geschäft ab. In solchen Fällen wird der Zusammenschluss automatisch aus dem vereinfachten in ein "normales" Verfahren übernommen. Allerdings habe diese prozedurale Veränderung noch nie dazu geführt, dass ein solcher Fall nach dem ersten Monat nicht genehmigt worden wäre, so eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage. (APA)

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