Engagierte Bäuerinnen

9. Mai 2001, 16:43
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Ein Drittel der oberösterreichischen Bauernhöfe werden von Frauen geführt

Linz - Ein Drittel der oberösterreichischen Bauernhöfe werden von Frauen als alleinige Betriebsführerinnen bewirtschaftet. Zähle man Ehegemeinschaften dazu, seien es bereits über 62 Prozent der Betriebe, sagte der für die Landwirtschaft zuständige VP-Landeshauptmann Josef Pühringer zur wirtschaftlichen und sozialen Lage der Land- und Forstwirtschaft im vergangenen Jahr. Bäuerinnen tragen daher wesentlich zur Aufrechterhaltung der landwirtschaftlichen Betriebe bei.

Mehr Frauen in Kursen

Gerade im Bereich der Betriebsführung engagieren sich Bäuerinnen mehr, und das komme auch in ihrer Anzahl als Kursteilnehmerinnen am "Ländlichen Fortbildungsinstitut" zum Ausdruck. 60 Prozent der TeilnehmerInnen an EDV-Basiskursen in den Jahren 1996 bis 1999 waren Bäuerinnen, so Pühringer. In Oberösterreich gibt es noch 41.800 land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Die durchschnittliche Gesamtfläche beträgt 25,8 ha. 43 Prozent werden im Haupterwerb und 56 Prozent im Nebenerwerb geführt.

Der Trend zum Nebenerwerb sei gestoppt, erklärte Pühringer. Die Gründe liegen unter anderem in der verstärkten Erwerbskombination innerhalb der Landwirtschaft, im betrieblichen Wachstum und in der verstärkten Übergabe von Betrieben an junge ÜbernehmerInnen. Die Einkommensentwicklung in den vergangenen fünf Jahren seit dem EU-Beitritt war durch laufend sinkende Einkommen gekennzeichnet. Ein Großteil der LandwirtInnen konnte den Wegfall der degressiven Ausgleichszahlungen nicht durch Produktivitätssteigerung, Wachstumsinvestitionen oder Erweiterung der Einkommensbasis kompensieren, begründete Pühringer die Entwicklung.

Schwieriges Landwirtschaftsjahr

Das Landwirtschaftsjahr 2000 war in Oberösterreich von Hagel, Feuerbrand und BSE gekennzeichnet. Zwei schwere Hagelunwetter sorgten für beträchtliche Ertragsausfälle bei landwirtschaftlichen Kulturen. Insgesamt 272 Mill. S (19,8 Mill. Euro) zahlte die österreichische Hagelversicherung an oberösterreichische Landwirte. 85 Gemeinden waren von der Pflanzenkrankheit Feuerbrand betroffen. Über 1.000 Bäume mussten ausgeschnitten und über 700 gerodet werden. Die Gesamtkosten der Bekämpfung in Oberösterreich betrugen insgesamt rund 2,7 Mill. S. Der Markteinbruch am Rindersektor zu Jahresende infolge der BSE-Krise werde sich erst im Jahresergebnis 2001 auswirken, so Pühringer. (APA)

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