Zehnjähriges Mädchen in Oberösterreich von hunderten Zecken "überfallen"

9. Mai 2001, 14:30
posten

Kind vermutlich in ein Zeckennest geraten

Linz - Der geradezu unglaublicher Zecken-"Überfall" auf ein zehnjähriges Mädchen in Ottensheim in Oberösterreich scheint geklärt. Wie der ORF berichtete war das Mädchen vermutlich in ein Zeckennest geraten.

Das Kind war kurz aus dem Haus seiner Eltern in eine Wiese gegangen, von dort kam es mit hunderten Zecken am Körper zurück.

Die Mutter brachte das Mädchen ins Linzer Kinderspital. So eine "Invasion" habe man noch nie gesehen, bestätigte der Primar der Internen Abteilung. Da die zehnjährige Tamara bereits vor dem "Überfall" eine Zeckenschutzimpfung bekommen hatte, konnte sie nach der Entfernung der Blutsauger wieder in häusliche Pflege entlassen werden. Allerdings bleibt sie wegen der Gefahr einer Borreliose-Erkrankung weiter unter Beobachtung.

Virologe: Derartiger Zecken-"Überfall" ungewöhnlich

Ein derartiger Zecken-"Überfall" ist laut Prof. Dr. Norbert Nowotny vom Institut für Virologie von der Veterinärmedizinischen Universität in Wien eigentlich ungewöhnlich. Der Vorfall sei für ihn eigenartig und er könne sich das Geschehene nicht erklärte, meinte der Mediziner.

"Normal ist ein Befall von einigen oder einigen wenigen. Aber ab einer Zahl von 20 Zecken ist es schon ungewöhnlich", erklärte Nowotny. Die kleinen Blutsauger würden nämlich nicht in "Rudeln" zusammen sitzen und auf ein Opfer warten. Die Tiere reagieren beim Menschen hauptsächlich auf den Geruch von Milchsäure und Schweiß. (APA)

Share if you care.