SPÖ stellt Vier-Punkte-Programm gegen Arbeitskräftemangel vor

8. Mai 2001, 14:02
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Kuntzl: Zu wenig Frauen am Arbeitsmarkt

Wien - Ein Vier-Punkte-Programm gegen den Arbeitskräftemangel in den nächsten Jahren, den das Wirtschaftsforschungsinstitut kürzlich prognostiziert hat, stellte die SPÖ vor. Bessere Chancen für Frauen, mehr qualifizierte ausländische Arbeitskräfte nach Österreich, mehr Weiterbildung für alle Arbeitnehmer und größere Bildungschancen für junge Menschen seien die Schlagworte dafür, meinte Andrea Kuntzl, SPÖ-Bundesgeschäftsführerin, in einer Pressekonferenz am Dienstag.

Vergleiche man den Frauenanteil am österreichischen Arbeitsmarkt mit anderen europäischen Ländern, so falle dieser auffallend gering aus, stellte Kuntzl fest. Auch die Geburtenrate wäre dort höher, wo die Rahmenbedingungen für die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie stimmen. Geldleistungen allein, wären kein Anreiz für mehr Kinder. "Das, was die Regierung den Frauen zur Zeit anbietet, ist ein Anreiz für den Ausstieg aus dem Berufsleben", erklärte Kuntzl. Mindestens 100.000 Kindergartenplätze mehr sowie ein Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt der Kinder seien dringend nötige Maßnahmen.

Gelder aus der Arbeitslosenversicherung sollten für die Weiterbildung von Arbeitslosen verwendet werden, forderte die SP-Politikerin. Derzeit gebe es aber im Bereich der Erwachsenenbildung 15 Prozent Einsparungen. Fremdsprachen sowie der Umgang mit den modernen Kommunikationstechnologien müssten laut Kuntzl verstärkt gelernt werden. Jeder Arbeitnehmer sollte weiters Anspruch auf eine Weiterbildungswoche pro Jahr haben. Auch die Weiterbildungskarenz müsse verstärkt genützt werden.

Große Reserviertheit gegenüber ausländischen Kräften

Weltweit hätte schon längst eine Konkurrenz um die besten ausländischen Fachkäfte begonnen, stellte Kuntzl fest. Sie würden aber nur dorthin gehen, wo sie auch willkommen wären. Österreich stehe aber ausländischen Arbeitskräften mit großer Reserviertheit gegenüber. "Das ist nicht nur gesellschaftspolitisch bedenklich, sondern wendet sich auch gegen die Wirtschaftsinteressen Österreichs", kritisierte Kuntzl und forderte, dass es gleichzeitig mit der Aufenthaltsbewilligung auch eine Arbeitsbewilligung geben müsse. Außerdem sprach sich die SP-Bundesgeschäftsführerin auch gegen starre Zuwanderungsquoten aus. Diese müssten je nach Bedarf flexibel gehalten werden.

Eine neue Weichenstellung fordert die SPÖ auch im Bereich der Bildungspolitik. Hier müssten die finanziellen Kürzungen wieder zurückgenommen werden. Auch die Studiengebühren sollten fallen. Sie wären nichts anderes als neue Barrieren für junge Menschen, erklärte Kuntzl. (APA)

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