Europäer mit langsamsten Internetzugängen

8. Mai 2001, 12:55
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USA und Asien rasen mit ADSL-Anschlüssen auf und davon

Beim Internet-Zugang über die rasche Breitbandtechnologie ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) liegt Europa immer noch deutlich hinter den USA und Asien. Einer Studie Internationalen Telekommunikations-Union (ITU) zufolge, verfügt derzeit noch kein europäisches Land über mehr als eine Million ADSL-Anschlüsse. In den USA hingegen sind es bereits sieben Millionen, also rund acht Prozent der Haushalte, und in Südkorea hat bei rund fünf Millionen Anschlüssen sogar schon ein Viertel aller Haushalten ADSL.

Zu hohe Preise und mangelnde staatliche Investitionen

ITU-Experte Tim Kelly sieht die Gründe dafür in zu hohen Preisen, mangelnden staatliche Investitionen sowie in der im Vergleich zu den USA weit später erfolgten Öffnung des Telekommunikationsmarktes.

In Österreich derzeit rund 60.000 ADSL-Kunden

In Österreich gibt es laut Austrian Internet Monitor (AIM) derzeit rund 60.000 ADSL-Anschlüsse. Das entspricht rund 2 Prozent der 3,2 Millionen heimischen Haushalte. Die fortgeschrittensten Ländern in Europa sind Dänemark und Schweden. In Deutschland gibt es im Moment rund 200.000 aktive ADSL-Abonnenten, nur 0,6 Prozent aller Haushalten.

Südkorea hält Preise niedrig

Die Beispiele asiatischer Länder, aber auch Dänemarks zeigten, dass Regierungen eine entscheidende Rolle bei der Förderung des neuen Netzes spielen könnten, so Kelly. Südkorea hält sich an eine Politik der niedrigen Preise. Für den Gebrauch von drei bis vier Stunden pro Tag ist das ADSL-Netz dort billiger als das Telefon.

Verglichen mit ISDN ist die Geschwindigkeit bei ADSL bis zu vier Mal höher. Gegenüber herkömmlichen Telefonleitungen steigt das Tempo sogar um das Neunfache. (APA/sda)

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