Ganzheitliche Ansätze

8. Mai 2001, 12:31
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Neues Betreuungskonzept für krebskranke Kinder in Salzburg

Salzburg - Krebs: Diese Diagnose stellen Ärzte im Bundesland Salzburg pro Jahr bei 25 bis 30 Kindern. Ein Satz, der das Leben einer Familie von einem Tag auf den anderen ändert. Um den Umgang mit der bösartigen Krankheit zu erleichtern, hat die Kinderonkologische Station der Salzburger Landeskrankenanstalten gemeinsam mit der Kinderkrebshilfe am Dienstag bei einer Pressekonferenz ein neues Betreuungskonzept vorgestellt: Ärzte, Schwestern und Therapeuten gehen aus dem Spital hinaus und betreuen die Patienten daheim.

"Andere Bundesländer beneiden uns um dieses ganzheitliche Konzept", freut sich Heidi Janik von der Kinderkrebshilfe über die Vorreiterrolle Salzburgs. Ein mobiles Schwesternteam, das Familien bei der Betreuung der schwerstkranken Patienten unterstützt und dadurch den einen oder anderen Weg ins Spital verhindert, existiert in Salzburg seit 1998. Nun wurde das Team auch um die Ärztin Dr. Regina Jones ergänzt. Außerdem wird ein Seelsorger eingebunden.

Die Ärztin geht in die Familien, erläutert die Behandlung, baut einen persönlichen Kontakt auf und bindet die niedergelassenen Mediziner in die Therapie mit ein. Ziel sei es, die Patienten und deren Familien vom Zeitpunkt der Diagnose an zu begleiten, sagte Jones. Heute ist mit der Diagnose Krebs nicht mehr unbedingt ein Daueraufenthalt im Krankenhaus verbunden. Zwischen den Therapien kann der Patient meist nach Hause gehen.

Erleichterung

Derzeit konzentriert sich die Tätigkeit der Ärztin auf Sterbebegleitung von krebskranken Kindern. Der Bedarf nach Betreuung zu Hause sei aber auch bei Patienten mit guten Heilungschancen riesengroß, weiß Jones. Etwa 70 bis 75 Prozent der Kinder, die an Krebs erkranken, werden wieder gesund.

Familien, deren Kind unheilbar an Krebs leide, würden sich oft abkapseln und Hilfe bei alternativen Anbietern suchen, weiß Janik aus Erfahrung. Wenn man die Familien begleite und auf jeden Schritt der Krankheit vorbereite, könne man ihnen den Umgang mit dem schweren Schicksal erleichtern. Die Kinderkrebshilfe finanziert die Betreuung zu Hause. (APA)

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