Reifenwerk Traiskirchen: AK will Regierungshilfe

9. Mai 2001, 14:39
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900 Arbeitsplätze betroffen - Standort in Gefahr

Wien - Die Befürchtungen, dass der gesamte Standort der Semperit Traiskirchen vom Aus bedroht ist, scheinen sich laut Niederösterreichs Arbeiterkammerpräsident Josef Staudinger nun doch zu bewahrheiten. Eine Werksschließung gerade in dieser Region des Landes hätte schlimme Folgen für die ganze Bevölkerung. Staudinger verlangt jetzt "von dieser Regierung dasselbe Engagement, wie sie die Regierung 1996 gezeigt hat, und damit der Standort gerettet werden konnte". Innerhalb der Sozialpartner werde die AK alles dafür unternehmen.

Ende April sei das Thema akut geworden, als die Konzernleitung beschlossen hatte, einen großen Teil der LKW-Reifen-Produktion auszulagern, so AK-Präsident Staudinger heute. Nach den damaligen Ankündigungen müssten rund 350 Arbeitsplätze eingespart werden. Nun wolle man auch die PKW-Reifen-Produktion reduzieren. "Somit sind nun 900 Arbeitsplätze betroffen und damit der ganze Standort", resümiert Staudinger.

Boykottaufruf

Die österreichische Chemiearbeitergewerkschaft hat unterdessen mit Aktionen für den Fall gedroht, dass Conti den Standort Traiskrichen zusperrt. Wilhelm Beck, der Vorsitzende der Fachgewerkschaft, befürchtete am Dienstag im Gespräch einen weiteren Abzug von Kapazitäten - was zu einer Verschlechterung der Kostenstruktur des Werks führen und der Einstellung der Produktion den Weg bereiten würde. "Sollte das passieren, werden wir uns wehren", kündigte Beck an. (APA)

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