British Telecom plant Rekordemission

8. Mai 2001, 19:05
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Aktienausgabe soll Schuldenberg um fünf Milliarden Pfund entlasten

London - Der schuldengeplagte Telekommunikationskonzern British Telecom (BT) strebt nach Angaben aus Industriekreisen die bisher größte britische Aktienausgabe an. Der führende britische Festnetzanbieter bereite den Verkauf von Bezugsrechten im Wert von fünf Mrd. Pfund (8,06 Mrd. Euro/111 Mrd. S) vor, hieß es. Außerdem wolle sich British Telecom durch die Vergabe von Anteilen an der Mobilfunksparte BT Wireless an seine eigenen Aktionäre von seiner Mobilfunksparte trennen.

Die Aktien würden mit einem Abschlag von bis zur Hälfte des derzeitigen Börsenwertes ausgegeben, hieß es in den Kreisen. Die Emission werde voraussichtlich von den Investmentbanken Merrill Lynch und Cazenove begleitet. Es sei möglich, aber noch nicht beschlossen, dass das Vorhaben noch in dieser Woche bekannt gegeben werden könnte.

Schuldenabbau

Mit der nach den inoffiziellen Angaben angepeilten Ausgabe neuer Aktien könnte der hoch verschuldete Konzern die Hälfte seines angekündigten Schuldenabbaus von zehn Mrd. Pfund verwirklichen. Die British Telecom hatte vor allem durch die Ersteigerung der UMTS-Mobilfunklizenzen einen Schuldenberg von 30 Mrd. Pfund angehäuft. Ratingagenturen hatten daher bereits eine mögliche Herabstufung des Konzerns angedeutet. Bereits vor einer Woche hatte BT mit dem geplanten Verkauf von Beteiligungen in Spanien und Japan an den britischen Konkurrenten Vodafone für 4,8 Mrd. Pfund einen ersten Schritt zur Reduzierung seiner Schulden angekündigt.

Vodafone, das weltgrößte Mobilfunkunternehmen, hatte dafür seinerseits in der vergangenen Woche die Platzierung neuer Aktien im Volumen von 3,5 Milliarden Pfund bei einem Preis von 194 Pence angekündigt. Die neu ausgegebenen Titel entsprechen rund 2,8 Prozent des ursprünglichen Vodafone-Aktienkapitals.

Mit dem Emissionserlös will Vodafone den Kauf von Firmenanteilen an der Japan Telecom und der spanischen Airtel von der British Telecom teilfinanzieren, teilte das Unternehmen mit. Damit soll die Position auf dem japanischen Markt gestärkt werden.

Analysten hatten eher die Aufnahme neuer Verbindlichkeiten erwartet. Vodafone könne sich das durchaus leisten, da die Bilanz des Unternehmens stärker sei als bei anderen Telekomunternehmen, hieß es. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe 9.5.2001)

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