Bank Austria ordnet Baubereich neu

8. Mai 2001, 19:36
posten

Spekulationen über die Gründung eines Immobilienkonzerns für die Mutter HypoVereinsbank

Wien - Die Bank Austria geht derzeit offenbar daran, ihre Immobilien- und Baubeteiligungen neu zu ordnen. Zur Disposition stehen dabei die Porr, an der die Bank 37 Prozent hält, die Wibeba, eine 100-Prozent-Tochter der CA, der Immobilienbereich der Universale sowie die Universale International, die hauptsächlich im Ausland das Projektgeschäft betreibt.

Darüber hinaus gibt es noch die BAI, wo das Bauträgergeschäft und die Immobilienverwaltung konzentriert ist. Die BAI und die Baufirma Wibeba sind bereits in eine Stiftung ausgegliedert worden.

Für die Zusammenführung der Universale International und den nicht an die Salzburger Alpine verkauften Immobilienbereich der Universale wurde bereits eine Lösung gefunden: Reinhard Hellerich verließ den Örag-Vorstand und kümmert sich im Universale-Vorstand von nun an um die beiden bei der CA verbliebenen Universale-Aktivitäten. Allein die Immobilien sollen einen Wert von rund 3,5 Mrd. Schilling (254 Mio. €) haben. Die Immobilien und die Universale International sollen, so heißt es, alsbald in die BCU Realitäten Privatstiftung eingebracht werden. Der reine Baubereich der Universale wurde, wie berichtet, an die Salzburger Baufirma Alpine verkauft.

Gerüchte

Branchengerüchten zufolge tendiert die Bank Austria dahin, rund um die Universale International, die Universale- Immobilien und möglicherweise unter Einbeziehung der Wibeba ein Immobiliengebilde für ihre Mutter, die HypoVereinsbank, in Österreich aufzubauen.

Offiziell heißt es, dass die Baubeteiligungen Wibeba und Porr, ebenso wie die übrigen Industriebeteiligungen der Bank in eine Stiftung eingebracht werden. Und: Wir halten am Grundsatz fest, uns von Industriebeteiligungen zu trennen. In der Tat hat sich die Bank-Austria-Gruppe seit 1992 von 60 Beteiligungen getrennt. Doch so einfach dürfte die Sache im Bau- und Immobilienbereich nicht sein. Denn die Übernahmekommission gab bisher noch kein grünes Licht für die Einbringung der Porr- Anteile in eine Stiftung.

Fest steht jedenfalls, dass die Porr nach der Übernahme der ehemals Gemeinde-Wien- eigenen Terrag Asdag im Vorjahr keine Ambitionen hat, weitere Firmen zu integrieren. Zu einer Übernahme der Wibeba oder der verbleibenden Universale dürfte es daher nicht kommen. Der Strabag Bauholding sind aufgrund ihrer Größe kartellrechtliche Grenzen gesetzt und die Alpine ist derzeit damit beschäftigt die Universale-Bau zu integrieren.

Immobilienexperten schließen daraus, dass die Bank Austria kein Interesse mehr an der Porr hat und zumindest Teile ihrer Aktien demnächst verkaufen will. (Claudia Ruff, DER STANDARD, Printausgabe 9.5.2001

Share if you care.