Warum muss gentechnisch an Embryonen geforscht werden?

8. Mai 2001, 11:32
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Deutsche Bundesjustizministerin will Antworten

Berlin - Die Genforschung an zu Forschungszwecken erzeugten Embryonen verstößt nach Auffassung von Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) klar gegen das Grundgesetz. Sie verwies am Dienstag im Deutschlandfunk auf die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes (BVG), wonach menschliches Leben bereits mit der befruchteten Eizelle beginne. "Dann beginnt eben auch der Schutz des Staates", sagte die Ministerin. Nun stelle sich die Frage, in welcher Form es geschützt werde. Nach ihrer Auffassung verstoße auch die Forschung an solchen Embryonen gegen die Verfassung, die etwa nach einer künstlichen Befruchtung übrig geblieben seien.

Es gehe nicht nur um die Frage, ob mit der Genforschung an embryonalen Stammzellen gegen das Embryonenschutzgesetz oder das Grundgesetz verstoßen werde, sagte Däubler-Gmelin. Sie fragte: "Verändern wir dadurch nicht auch unsere Gesellschaft in außerordentlich problematischer Hinsicht?" Schließlich gehe es um die Frage nach dem Umgang mit menschlichem Leben: "Das ist ein bischen mehr, als wenn wir uns über Straßenverkehrsregeln unterhalten." Die Forscher müssten jetzt klar sagen, warum die Forschung an Stammzellen von Erwachsenen nicht ausreiche. (Reuters)

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