Venture Capital in Österreich erst in Aufbauphase

8. Mai 2001, 12:32
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EIB-Vize Nowotny: Heimischer Nachholbedarf noch stärker als in Europa

Wien - "Venture Capital ist ein Wachstumsgeschäft", meinte Thomas Lenzinger, CEO des Risikokapitalgebers Go Equity beim Jahressymposion 2001 seines Unternehmens am Montagabend in Wien. Leitfaden der Veranstaltung war die Funktion von Venture Capital als Bindeglied zwischen institutionellen Investoren, Börsen und Unternehmen. Lenzinger verwies darauf, dass der Markt für Venture Capital in Österreich erst in der Aufbauphase sei - auch Ewald Nowotny, Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB), sieht in Österreich einen noch größeren Nachholbedaf als in Europa.

"Risiko ist für mich positiv besetzt, in Österreich aber negativ behaftet", ortet Lenzinger mögliche Ursachen. Aber wo noch nicht viel vorhanden sei, könne noch einiges werden, ergänzte er und präsentierte die Zukunftspläne seines Unternehmens. Mit dem Go Equity II Fonds, der ab Herbst 2001 mit 100 Mill. Euro (1,376 Mrd. S) von nationalen und internationalen Investoren ins Rennen gehen soll, will er die "qualitative und quantitative Marktführerschaft" seiner seit 1993 bestehenden Gesellschaft ausbauen. Der Fonds solle als Generalist sein Portfolio breit diversifizieren und in Unternehmen mit unterschiedlichen Entwicklungsstadien investieren.

Nachholbedarf

In Europa bestünde gewaltiger Nachholbedarf, Österreich sei sogar noch deutlicher zurück, meinte auch der Vizepräsident der Europäischen Investitionsbank (EIB) in Luxemburg, Ewald Nowotny. Zugleich prognostiziert er eine immer stärker werdende Rolle der Eigenkapitalfinanzierung. Der Bankensektor solle sich aus der Risikotragung in Richtung Risikovermittlung zurückziehen. "Venture Capital ist keine Abart des Investmentbanking, weil es neben Finanzierungsleistung auch Beratungsleistung beinhaltet", so Nowotny.

Die Bedeutung der beratenden Funktion und der Nutzung des Netzwerks des Venture-Capital-Partners unterstrich Franz Guggenberger, CEO des an der Börse Zürich gelisteten Salzburger Handy-Dienstleisters EMTS Technologie AG. Dieser "Value Added" hätte neben einer neuen strategischen Ausrichtung und der Nutzung neuer Finanzierungsmöglichkeiten auch die Unterstützung bei der Umsetzung der Expansion und die Umsetzung der IPO-Strategie beinhaltet. "Ohne Venture Capital wäre EMTS nicht so weit gekommen", ergänzte Guggenberger. Vor allem die paneuropäische Ausrichtung und Expansion hätte sich ohne Venture Capital nicht bewerkstelligen lassen. (APA)

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