US-Aufsicht gegen Abwertung der Immobilien der Deutschen Telekom

8. Mai 2001, 09:48
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SEC: Immobilienvermögen muss erst gegen Jahresende abgewertet werden

Frankfurt - Die Deutsche Telekom muss wegen Vorbehalten der US-Aufsichtsbehörde SEC gegen die Neubewertung von Immobilien nach einem Zeitungsbericht ihre bereits ausgelieferten Geschäftsberichte wieder ändern. Die Tageszeitung "Handelsblatt" zitierte in ihrer Dienstagsausgabe den Telekom-Finanzchef Karl-Gerhard Eick mit den Worten, das Unternehmen müsse den bereits an die Aktionäre verteilten Geschäftsbericht in den Abschnitten korrigieren, die den Immobilienwert nach den US-Bilanzvorschriften darstellten.

Die SEC halte eine Neubewertung der Immobilien erst dann für notwendig, wenn die Telekom die Einzelbewertung ihrer Gebäude und Grundstücke abgeschlossen habe, sagte Eick dem Blatt. Dies werde erst bis Ende des Jahres geschehen.

Klage der Kleinaktionäre

Die Deutsche Telekom hatte im Februar überraschend ihr Immobilienvermögen um rund zwei Mrd. Euro (27,5 Mrd. S) vor Steuern abgewertet. Verschiedene Kleinaktionäre haben daraufhin Klagen gegen den Telekommunikationskonzern eingereicht, in denen sie Schadensersatz fordern. Zudem ermittelt die Bonner Staatsanwaltschaft gegen Vorstände des Unternehmens.

Das "Handelsblatt" berichtete weiter, die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sei mit ihrem Ansinnen, eine Sonderprüfung der Konzernbilanzen aus den neunziger Jahren durchzusetzen, gescheitert. Das notwendige Quorum der Kleinaktionäre von fünf Prozent sei nicht erreicht worden. Die Aktionärsvereinigung wollte mit der Sonderprüfung nach früheren Angaben die Rechtmäßigkeit der Immobilienbewertung seit der Umwandlung in die Telekom AG im Jahr 1995 klären. (APA/Reuters)

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