Weißer Polizist wegen tödlichem Schuss auf Schwarzen angeklagt

8. Mai 2001, 13:32
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Nach schweren Unruhen in Cincinnati

Cincinnati - Einen Monat nach den schweren Unruhen in Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio ist ein weißer Polizist wegen fahrlässiger Tötung eines schwarzen Teenagers angeklagt worden. Der gewaltsame Tod des jungen Schwarzen hatte die tagelang anhaltenden Unruhen ausgelöst. Staatsanwalt Michael Allan appellierte bei der Bekanntmachung der Entscheidung am Montag an die Einwohner von Cincinnati, den Polizisten nicht vorab zu verurteilen, sondern die Gerichtsverhandlung abzuwarten.

Stephen Roach hatte den 19-jährigen Anfang April erschossen, als der sich einer Kontrolle entziehen wollte. Timothy Thomas wurden Verkehrsvergehen und andere Delikte vorgeworfen. Der Polizist schoss, weil es nach seinen Angaben den Anschein hatte, als würde der Flüchtende eine Pistole aus dem Hosenbund ziehen. Thomas war der fünfte Schwarze, der seit vergangenem Sommer bei Polizeieinsätzen in der Stadt mit 300.000 Einwohnern erschossen wurde.

Aufgebrachte Jugendliche hatten drei Tage in der Stadt randaliert. Die Stadtverwaltung verhängte eine nächtliche Ausgangssperre. Mehrere Duzend Demonstranten wurden festgenommen. Die Entscheidung über die Anklage gegen den Polizisten war mit großer Spannung erwartet worden. Geschäfte hatten ihre Schaufenster am Montag mit Holzlatten vernagelt, weil sie weitere Protestaktionen fürchteten. (APA/dpa)

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