350.000 demonstrieren in Saragossa gegen Terror der ETA

8. Mai 2001, 09:54
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Premier Aznar nahm auch an Schweigemarsch teil

Saragossa - Nach dem Mordattentat baskischer Separatisten auf den konservativen spanischen Politiker Manuel Gimenez Abad haben am Montagabend Zehntausende von Menschen in Saragossa gegen den Terror der Untergrundorganisation ETA protestiert. Die Kundgebung in der nordspanischen Stadt wurde von der Witwe des Toten, Ana Laraz, sowie von Spitzenpolitikern der großen Parteien des Landes angeführt.

Dazu gehörten Ministerpräsident Jose Maria Aznar, der sozialistische Oppositionsführer Jose Luis Rodriguez Zapatero sowie die Präsidentinnen der beiden Kammern des spanischen Parlaments, Luisa Fernanda Rudi und Esperanza Aguirre. Der Schweigemarsch durch die Innenstadt von Saragossa stand unter dem Motto "Für die Freiheit, gegen den Terrorismus".

Der 52-jährige Gimenez Abad, Abgeordneter des spanischen Senats (Oberhaus) und Chef der konservativen Volkspartei (PP) in der Region Aragonien, war am Sonntag von mutmaßlichen ETA-Terroristen erschossen worden. Er wurde am Montag in seiner Heimatstadt Jaca in Nordspanien beigesetzt.

Polizei spricht von 350.000 Demonstranten

An der Demonstration beteiligten sich nach Polizeiangaben 350.000 Menschen. Der Chef der baskischen Regierung, Juan José Ibarretxe von der gemäßigten baskischen Nationalpartei (PNV), wurde bei der Beisetzung mit Pfiffen und Buhrufen begrüßt. Ihm wird zu große Nachgiebigkeit gegenüber den baskischen Extremisten vorgeworfen. In seiner Predigt sagte der Bischof von Jaca, Jose Maria Conget: "Wir kennen nicht das Gesicht des Mörders, aber wir kennen seinen Namen: ETA und ihr Umfeld." (APA/Reuters)

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