Leuchtende Tore für Wolkersdorfs "neue Identität"

7. Mai 2001, 21:58
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Widerstand gegenüber Stadtdesign-Konzept: "überflüssige Schmutzfänger"

Wolkersdorf - Das Tor öffnet den Blick auf die Stadt, der Rahmen verwandelt die Landschaft zum Bild. Tore, wie übergroße, leuchtende Bilderrahmen an den Ortseinfahrten von Wolkersdorf aufgestellt, wären "markante Punkte" und könnten mithelfen, der Gemeinde "neue Identität" zu geben, sagt Bürgermeister Norbert Heurteur (VP).

Ebenso zwei 13 Meter hohe, beleuchtete Kunststoffsäulen - eine inmitten eines Kreisverkehrs, die andere liegend auf einer Verkehrsinsel aufgestellt: Sie repräsentierten "das Ritual des Maibaum in die Stadt Tragens", erläutert Laudina Kloss von der Designergruppe EOOS, die für die Weinviertler Gemeinde ein ambitioniertes Stadtdesign-Konzept entworfen haben. Im Rahmen eines von der Kulturabteilung des Landes finanzierten Wettbewerbs.

Es regt sich Widerstand: Brauchen wir nicht, Schmutzfänger...

Die Kraft der "einst in den Wipfeln vermuteten guten Baumgeister" in Form von avantgardistischem Stadtmobiliar: "Die Entwürfe für die kleinen Elemente wie Bänke, Plakatständer, Buswartehäuschen sind unumstritten. Was die großen Elemente angeht, stehen Detailplanung und Umgestaltung aber noch aus", erläutert der Bürgermeister.

Weil sich Widerstand regt gegen die auffallende Moderne. "Wolkersdorf braucht keine neuen markanten Punkte. Die Landschaft spricht für sich", meint der Klubsprecher der Gemeinde-SP, Roland Gahr. Überhaupt stehe "eine Prüfung der Alltagstauglichkeit von Toren und Säulen" noch aus. Zumal die EOOS-Designer die vertikale Säule am Julius-Bittner-Platz in den Boden versenkt installiert sehen möchten, umgeben von Weinviertler Weinstöcken. "Ein Schmutzfänger", kritisiert Gahr.

Ende Juni werden die ersten Stadtdesign-Prototypen fertig sein. Anschließend, meint der Bürgermeister, sei Zeit genug "für freie Meinungsbildung".
(Irene Brickner /DER STANDARD, Print-Ausgabe, 8. 5. 2001)

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